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Börse

Dax verliert vor EZB-Entscheidung

Der deutsche Leitindex gibt nach, belastet von schwachen Halbleiterprognosen und Unsicherheit vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank.

Markt-Redaktion·
Der Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main (Symbolbild)

DXR / Wikimedia Commons (cc-by-sa-4.0)

Der Dax setzte am Donnerstag seinen Abwärtstrend fort und notierte mit einem Minus von 0,7 Prozent bei 24.931 Punkten. Auch der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, verlor deutlich und gab 0,9 Prozent nach. Die Anleger zeigten sich vor der anstehenden Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) vorsichtig. Zusätzliche Unsicherheit brachten weiter steigende Ölpreise an den Märkten.

Halbleiterbranche unter Druck

Ein deutlicher Warnschuss kam aus der Halbleiterindustrie. Der europäische Chiphersteller STMicroelectronics korrigierte seine Umsatzprognose für das laufende Quartal nach unten. Diese überraschende Anpassung ließ die Aktie des Unternehmens um rund zehn Prozent einbrechen. Analysten der US-Bank Jefferies vermuten, dass die Produktionshochfahrung für ein neues iPhone-Modell möglicherweise langsamer verläuft als erwartet.

Die negative Nachricht von STMicroelectronics wirkte sich unmittelbar auf andere Werte der Branche aus. Besonders betroffen war der deutsche Halbleiterkonzern Infineon, dessen Aktie im Dax mit einem Verlust von vier Prozent zu den größten Verlierern gehörte. Die Enttäuschung über die Prognose zeigt, wie sensibel der hochbewertete Technologiesektor auf kleinste Änderungen der Erwartungen reagiert.

Fokus auf EZB und SAP

Im Mittelpunkt des Handelstages stand die geldpolitische Entscheidung der EZB. Nach der Zinserhöhung im Juni wird erwartet, dass die Währungshüter zunächst eine Pause einlegen. Die Märkte blicken jedoch bereits auf das kommende Treffen im September, für das sich die Notenbank eine weitere Anhebung offenhalten dürfte. Diese Unsicherheit hält viele Investoren in einer abwartenden Haltung.

Am Abend stehen zudem die Quartalszahlen des Softwarekonzerns SAP im Fokus. Die Aktie des DAX-Schwergewichts hat eine schwierige Phase hinter sich. Nach einem Rekordhoch von rund 284 Euro im Februar 2025 notiert sie derzeit bei unter 140 Euro. Innerhalb von etwa eineinhalb Jahren hat sich der Kurs damit mehr als halbiert.

Die anhaltenden Kursverluste bei SAP spiegeln eine breitere Skepsis gegenüber dem Geschäftsmodell „Software as a Service“ (SaaS) wider. In der Branche ist von einer „SaaS-Apokalypse“ die Rede, da Investoren die Nachhaltigkeit der Wachstumsraten und die Auswirkungen von KI-Programmen auf traditionelle Softwarelösungen hinterfragen. Diese Zweifel lasten schwer auf der Bewertung.

Während die Technologiewerte leiden, konnten sich andere Sektoren behaupten. Die Aktien der Autobauer Daimler Truck und Traton legten deutlich zu und setzten sich gegen den schwachen Gesamttrend durch. Diese Divergenz unterstreicht die selektive Stimmung an den Märkten, bei der branchenspezifische Nachrichten das Kursgeschehen dominieren.

Quellen

#Dax#EZB#Halbleiter#SAP#Börse

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