Ölpreis steigt nach US-Angriff auf Iran
Nach einem amerikanischen Luftangriff auf iranische Stellungen bei der Straße von Hormus ist der Ölpreis um über drei Prozent gestiegen. Analysten warnen vor einer neuen Eskalationsstufe.
Die Ölpreise sind am Montag deutlich gestiegen, nachdem US-Streitkräfte iranische Stellungen im Persischen Golf angegriffen haben. Der Preis für die Nordseesorte Brent kletterte um 3,4 Prozent auf 90,45 US-Dollar je Barrel. Das US-Referenzöl WTI legte um 3,5 Prozent auf 85,55 US-Dollar zu. Die Märkte reagieren damit auf die erste bekannte amerikanische Militäraktion gegen Ziele auf iranischem Territorium seit Ende Juli.
Militärische Eskalation im Golf
Laut Angaben des US-Militärs griffen amerikanische Kräfte am Sonntag zwei iranische Abschussvorrichtungen auf der Insel Larak an. Die Insel liegt in der Nähe der strategisch entscheidenden Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Seetransports von Rohöl fließt. Das Pentagon begründete den Angriff damit, dass Angehörige der iranischen Revolutionsgarden beobachtet worden seien, wie sie Vorbereitungen für den Einsatz von Raketen und Seeminen in der Wasserstraße trafen.
Als Reaktion auf den amerikanischen Schlag meldeten iranische Staatsmedien Gegenangriffe auf zwei US-Militärstützpunkte in Jordanien. Diese wechselseitigen Attacken heizen die Befürchtungen an den Finanzmärkten an, der seit Monaten schwelende Konflikt könne in eine neue, gefährlichere Phase eintreten. Die direkte Konfrontation auf oder nahe iranischem Gebiet markiert eine Intensivierung der Spannungen.
Analysten sehen weiteren Preisdruck
Marktbeobachter rechnen mit anhaltendem Aufwärtsdruck auf die Rohölnotierungen. Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG, sieht den Konflikt in einer neuen Eskalationsphase. Seiner Analyse zufolge könnte das US-Öl WTI, sollte es sich dauerhaft über den Widerstandsbereich von 85,80 bis 85,90 US-Dollar etablieren, sogar sein Juli-Hoch von 93,50 US-Dollar wieder ins Visier nehmen. Die psychologisch wichtige Marke von 90 US-Dollar für Brent ist bereits durchbrochen.
Zusätzlich zu den geopolitischen Risiken belasten Angriffe auf Raffinerien im Nahen Osten und in Russland das Marktgleichgewicht. Die Investmentbank Goldman Sachs verweist darauf, dass diese Vorfälle die ohnehin angespannte globale Raffineriekapazität weiter strapazieren. Politisch ist eine schnelle Deeskalation derzeit nicht absehbar, da diplomatische Verhandlungen ins Stocken geraten sind.
Die Straße von Hormus bleibt der neuralgische Punkt für die globale Ölversorgung. Jede Störung des Schiffsverkehrs in dieser Engstelle hat unmittelbare Auswirkungen auf die Weltmarktpreise. Die jüngste Eskalation unterstreicht die anhaltende Abhängigkeit der Rohstoffmärkte von der Sicherheitslage in dieser Region.
Für Händler und Investoren erhöht die Situation die Volatilität und das Risikoprofil im Energiesektor. Während Produzenten von höheren Einnahmen profitieren könnten, stehen verarbeitende Industrien und Verbraucher vor der Aussicht auf steigende Kosten. Die Märkte werden die weiteren militärischen und diplomatischen Entwicklungen genau beobachten.
Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Devisen, Devisen, Forex, Begriffe im Finanzlexikon.
Quellen
Ähnliche Nachrichten
Gold erholt sich leicht nach Zinsanstieg
Der Goldpreis steigt um 0,5% auf 4.356,48 USD, nachdem die US-Staatsanleiherenditen von einem 20-Jahres-Hoch zurückgegangen sind. Der Dollar bleibt schwach.
Goldpreis steigt deutlich auf 4.474 US-Dollar
Der Goldpreis legt am Montag um 0,8 Prozent zu. Schwacher US-Dollar und sinkende Zinserwartungen nach US-Daten stützen den Edelmetallmarkt, während Ölpreissprünge den Aufwärtstrend dämpfen.
Gold bei 10-Wochen-Hoch vor US-Inflationsdaten
Der Goldpreis bleibt nahe einem Zehn-Wochen-Hoch, angetrieben von gedämpften Zinserwartungen der US-Notenbank und Spannungen im Nahen Osten.
Fed-Signale drücken Goldpreis deutlich
Die erste große Rede des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh in Jackson Hole deutete auf Zinserhöhungen hin, was den Goldpreis am Freitag um fast 3% einbrechen ließ.
Ölkonzerne: 93 Milliarden Dollar Gewinn im Frühjahr
Acht der größten Energiekonzerne verdoppelten ihre Gewinne im zweiten Quartal. Der Iran-Krieg und hohe Ölpreise trieben die Erträge auf Rekordniveau.
Gold korrigiert nach Zwei-Monats-Hoch
Der Goldpreis gibt nach Gewinnmitnahmen nach und fällt um 0,6 Prozent. Die Erholung war durch kühlende US-Inflationsdaten und Fed-Zinserwartungen getrieben.