Krypto

Robinhood Chain: Krypto-Transaktionserlöse vervielfachen sich

Die hauseigene Blockchain von Robinhood generiert plötzlich deutlich höhere Gebühren als erwartet. Die Deutsche Bank hebt ihr Kursziel für die Aktie an, warnt aber vor der Nachhaltigkeit des Booms.

Krypto-Redaktion·
Robinhood Chain: Krypto-Transaktionserlöse vervielfachen sich (Symbolbild)

Die hauseigene Blockchain des Fintech-Unternehmens Robinhood, die sogenannte Robinhood Chain, hat Anfang September einen sprunghaften Anstieg der Transaktionsaktivität und damit der generierten Gebühren verzeichnet. Diese Entwicklung hat Analysten der Deutschen Bank veranlasst, ihre Gewinnschätzungen für das Unternehmen deutlich nach oben zu korrigieren und das Kursziel für die Aktie zu erhöhen. Analyst Brian Bedell bestätigte seine Kaufempfehlung und setzte das Ziel von 115 auf 136 US-Dollar herauf, was gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Donnerstag ein Aufwärtspotenzial von etwa neun Prozent bedeutet.

Explosives Wachstum der Transaktionsgebühren

Die Zahlen, die den Optimismus der Analysten befeuern, sind eindrucksvoll. Nach Daten von DeFiLlama lagen die täglichen Erlöse der Robinhood Chain bis Mitte August noch unterhalb von 200.000 US-Dollar. Ende August und Anfang September kam es jedoch zu einer explosionsartigen Steigerung. Die Tageserlöse schnellten von knapp 500.000 US-Dollar am 29. August auf über eine Million Dollar am Folgetag und erreichten am 2. September einen Höchststand von 4,01 Millionen US-Dollar. Allein in diesen fünf Tagen summierte sich das Transaktionsvolumen auf über zehn Millionen Dollar.

Für Robinhood sind diese Transaktionen eine direkte Einnahmequelle, da das Unternehmen Gebühren für die Abwicklung auf seiner eigenen Blockchain erhebt. Die Deutsche Bank schätzt, dass von den 10,8 Millionen US-Dollar an Gesamterlösen in der fünftägigen Spitzenphase etwa 5,4 Millionen Dollar als Gebühren an Robinhood geflossen sind. Diese Summe übertrifft die bisherige Quartalsprognose der Bank für das gesamte dritte Quartal, die bei 4,6 Millionen Dollar lag, bereits deutlich.

Analysten bleiben optimistisch, doch Nachhaltigkeit ist ungewiss

Trotz der beeindruckenden Zahlen äußert sich Analyst Bedell vorsichtig zur Nachhaltigkeit dieses Booms. In seiner Notiz warnte er davor, dass noch nicht absehbar sei, wie dauerhaft diese Dynamik anhalten wird. Die plötzliche Steigerung könnte auf spezifische, eventuell einmalige Marktereignisse oder auf die Aktivität einer begrenzten Nutzergruppe zurückzuführen sein. Die langfristige Profitabilität der Chain hängt davon ab, ob sie es schafft, eine breite und stetige Nutzerbasis aufzubauen.

Die Wall Street zeigt sich dennoch insgesamt weiterhin positiv gegenüber Robinhood eingestellt. Von 29 Analysten, die die Aktie beobachten, empfehlen aktuell 24 den Kauf. Die Aktie selbst hat von der positiven Stimmung in den vergangenen drei Monaten bereits profitiert und deutliche Gewinne verbucht. Die Robinhood Chain, die erst in diesem Jahr gestartet wurde, entwickelt sich damit schneller als erwartet zu einem potenziell signifikanten Wachstumstreiber neben dem klassischen Brokerage-Geschäft.

Die Entwicklung unterstreicht den strategischen Schwerpunkt, den Robinhood auf Kryptowährungen und Blockchain-Technologie legt. Während das Kerngeschäft mit Aktienhandel und Optionsgeschäften weiterläuft, könnte die Chain bei anhaltendem Erfolg die Ertragsstruktur des Unternehmens diversifizieren und weniger abhängig von den volatilen Provisionserlösen aus dem Wertpapierhandel machen.

Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Krypto, Altcoin, Bitcoin, Begriffe im Finanzlexikon.

Häufige Fragen

Was ist die Robinhood Chain?

Die Robinhood Chain ist eine hauseigene Blockchain des Fintech-Unternehmens Robinhood, über die Nutzer Kryptowährungen kaufen und verkaufen können. Das Unternehmen verdient Gebühren an den Transaktionen, die im Netzwerk stattfinden.

Warum hat die Deutsche Bank ihr Kursziel erhöht?

Die Deutsche Bank hat ihr Kursziel aufgrund eines unerwartet starken Anstiegs der Transaktionsgebühren auf der Robinhood Chain Anfang September angehoben. Die generierten Gebühren in einer fünftägigen Spitzenphase übertrafen bereits die Prognose für das gesamte dritte Quartal.

Ist das Wachstum der Chain nachhaltig?

Der zuständige Analyst der Deutschen Bank, Brian Bedell, warnte davor, dass die Nachhaltigkeit des aktuellen Booms noch ungewiss sei. Es ist nicht klar, ob die hohe Aktivität von Dauer ist oder auf einmalige Ereignisse zurückgeht.

Quellen

#Robinhood#Kryptowährung#Blockchain#Aktienanalyse#Fintech

Ähnliche Nachrichten