Bitcoin-Prognose: Bernstein sieht Kurs bis 300.000 Dollar
Die US-Investmentbank Bernstein erwartet, dass Bitcoin bis 2029 auf 300.000 US-Dollar steigen könnte. Treiber seien wachsende Staatsschulden und die Suche nach knappen Vermögenswerten.
Jorge Franganillo / Wikimedia Commons (CC BY 2.0)
Die US-Investmentbank Bernstein hat eine optimistische Langfristprognose für Bitcoin veröffentlicht. Demnach könnte die Kryptowährung bis Mitte 2027 auf 150.000 US-Dollar steigen und bis 2029 einen neuen Zyklushöchststand von 300.000 US-Dollar erreichen. Sollte sich ein bestimmtes Marktphänomen beschleunigen, hält die Bank sogar einen Kurs von 500.000 US-Dollar für möglich.
Makroökonomischer Paradigmenwechsel
Bernstein begründet ihre Einschätzung mit einem fundamentalen Wandel des wirtschaftlichen Umfelds. Die jahrzehntelange Ära sinkender Zinsen sei beendet, während Staaten gleichzeitig mit explodierenden Schuldenbergen und steigenden Finanzierungskosten kämpfen. Allein die US-Staatsverschuldung hat die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten und sich seit 2016 etwa verdoppelt.
Dieser Teufelskreis aus höheren Zinsausgaben, wachsenden Haushaltsdefiziten und zusätzlichem Finanzierungsbedarf erhöht die Schuldenlast kontinuierlich. Die Analysten erwarten, dass politische Entscheidungsträger langfristig eher eine schleichende Entwertung ihrer Währungen in Kauf nehmen werden, als den fiskalischen Druck weiter eskalieren zu lassen. Diese Entwicklung begünstige bestimmte Anlageklassen.
Flucht in knappe Vermögenswerte
Genau hier setzt der sogenannte "Debasement Trade" an, auf den Bernstein verweist. Anleger suchen demnach verstärkt nach Vermögenswerten, deren Angebot nicht beliebig ausgeweitet werden kann und die somit vor Geldentwertung schützen. Neben dem klassischen Gold rücke dabei Bitcoin als digitaler, hart gedeckelter Vermögenswert wieder stark in den Fokus.
Die Investmentbank sieht zudem eine zunehmend stabile Anlegerbasis als unterstützenden Faktor. Rund 59 Prozent des gesamten Bitcoin-Angebots sollen sich in den vergangenen zwölf Monaten nicht bewegt haben. Diese reduzierte Verkaufsbereitschaft von Langzeithaltern könnte den Aufwärtsdruck bei steigender Nachfrage zusätzlich verstärken.
Die Prognose unterstreicht, wie sehr institutionelle Bewertungsrahmen für Bitcoin sich verändert haben. Wurde die Kryptowährung früher oft als reines Spekulationsobjekt betrachtet, wird sie nun zunehmend als potenzieller Inflationsschutz und Portfolio-Baustein in einer schuldengetriebenen Welt analysiert. Die Argumentation folgt einer makroökonomischen Logik, die über kurzfristige Kursbewegungen hinausweist.
Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Krypto, Altcoin, Bitcoin, Begriffe im Finanzlexikon.
Häufige Fragen
Auf welchen Kurs sieht Bernstein Bitcoin bis 2029?
Die Investmentbank Bernstein rechnet damit, dass Bitcoin bis 2029 einen neuen Zyklushöchststand von 300.000 US-Dollar erreichen könnte.
Was ist der Hauptgrund für diese optimistische Prognose?
Als Haupttreiber nennt Bernstein wachsende Staatsschulden und steigende Finanzierungskosten, die Anleger in knappe Vermögenswerte wie Bitcoin treiben könnten ("Debasement Trade").
Wie stabil ist die aktuelle Bitcoin-Anlegerbasis?
Laut Bernstein haben sich etwa 59 Prozent des gesamten Bitcoin-Angebots in den vergangenen zwölf Monaten nicht bewegt, was auf eine stabile Halterbasis hindeutet.
Quellen
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