Dax hält über 26.000 Punkten
Der deutsche Leitindex gewinnt 0,5 Prozent auf 26.284 Zähler. Der Ifo-Geschäftsklimaindex steigt zum vierten Mal in Folge und erreicht den höchsten Stand seit einem Jahr.
Dietmar Rabich / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich am Dienstag weiterhin robust. Der Dax konnte sich über der psychologisch wichtigen Marke von 26.000 Punkten behaupten und legte im Tagesverlauf um 0,5 Prozent auf 26.284 Punkte zu. Auch der EuroStoxx 50 als Leitindex für die Eurozone notierte mit einem Plus von 0,3 Prozent im grünen Bereich.
Die Anlegerstimmung bleibt jedoch vorsichtig, da im Laufe der Woche mehrere wichtige Ereignisse anstehen. Am Mittwoch stehen Quartalszahlen des Grafikchip-Herstellers Nvidia an, die als wichtiger Indikator für die Tech-Branche gelten. Am Freitag wird zudem Fed-Präsident Kevin Warsh auf dem Notenbanktreffen in Jackson Hole sprechen, was mögliche Signale zur künftigen US-Geldpolitik liefern könnte.
Stimmungsbarometer im Aufwärtstrend
Ein positiver Impuls kam vom aktuellen Ifo-Geschäftsklimaindex. Dieser stieg im August auf 88,8 Punkte, nachdem er im Juli bei revidiert 86,7 Punkten gelegen hatte. Es handelt sich damit bereits um den vierten Anstieg in Folge. Das Konjunkturbarometer hat damit wieder den Stand erreicht, der vor dem im Februar ausgebrochenen Krieg gegen Iran verzeichnet wurde. Die Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen ist so gut wie seit einem Jahr nicht mehr, was zarte Hoffnungen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung nährt.
Unter den Einzelwerten ragte die Siemens Energy Aktie heraus und gehörte zu den gefragtesten Papieren. Im Technologiesektor erholten sich Chipwerte etwas von den Verlusten des Vortages. Infineon und Süss Microtec legten zwischen zwei und drei Prozent zu. Die Erholung fand vor den am Mittwoch erwarteten Quartalszahlen von Branchenprimus Nvidia statt.
Internationale Märkte und Rohstoffe
Auch an den US-Börsen starteten die wichtigsten Indizes mit Gewinnen in den Handel. Die Entwicklung wurde durch nachgebende Ölpreise gestützt, die die Aussichten für viele Unternehmen verbessern. Am Vorabend hatte eine Rede von US-Finanzminister Scott Bessent keine konkreten neuen Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Wirtschaftskonflikt mit Iran aufgezeigt. Die US-Regierung hatte zuvor von einem „Wirtschaftskrieg“ gesprochen und mit einer vollständigen Isolation Teherans von der Weltwirtschaft gedroht.
Insgesamt zeigt sich der Markt in einer abwartenden Haltung. Die Erholung des Ifo-Index und die stabilen Kurse über der 26.000er-Marke im Dax werden als positive Signale gewertet. Die weitere Richtung wird maßgeblich von den Unternehmensdaten aus den USA und den Äußerungen der US-Notenbank abhängen. Die Vorsicht der Anleger spiegelt die Unsicherheit über den weiteren konjunkturellen Verlauf und die geopolitischen Spannungen wider.
Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Börse, Abrechnung, Aktie, Begriffe im Finanzlexikon.
Häufige Fragen
Warum ist der Ifo-Index so wichtig?
Der Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als ein frühzeitiger und zuverlässiger Indikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Er basiert auf einer monatlichen Befragung von rund 9.000 Unternehmen aus Handel, Industrie, Baugewerbe und Dienstleistungen. Ein steigender Index deutet auf eine verbesserte Stimmung und oft auf eine sich erholende Wirtschaft hin.
Welche Ereignisse belasten die Anlegerstimmung?
Die Anleger blicken vor allem auf zwei Termine: Die Quartalszahlen des Tech-Konzerns Nvidia am Mittwoch, die als Stimmungsbarometer für die gesamte Halbleiterbranche gelten, und die Rede von Fed-Präsident Kevin Warsh am Freitag auf dem Notenbanktreffen in Jackson Hole. Von letzterer erhoffen sich Marktteilnehmer Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs der USA.
Wie hat sich der Ölpreis entwickelt?
Die Ölpreise gaben am Dienstag weiter nach. Sinkende Rohölpreise entlasten die Kosten vieler Unternehmen, insbesondere in der verarbeitenden Industrie und im Transportsektor, und können so indirekt die Aktienmärkte stützen, da sie die Gewinnaussichten verbessern.
Quellen
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