Wirtschaft

DIW verdoppelt Wachstumsprognose für 2026

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hebt seine Prognose für die deutsche Wirtschaft auf 1,2 Prozent an. Grund sind ein besserer Außenhandel und ein moderaterer Energiepreisschock.

Wirtschafts-Redaktion·
DIW verdoppelt Wachstumsprognose für 2026 (Symbolbild)

Die deutsche Wirtschaft erholt sich in diesem Jahr deutlich kräftiger als noch vor wenigen Monaten erwartet. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat seine Wachstumsprognose für 2026 mehr als verdoppelt. Statt der im Juni erwarteten 0,5 Prozent rechnen die Ökonomen nun mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,2 Prozent.

Grund für die Aufwärtskorrektur

Ausschlaggebend für die deutliche Revision nach oben waren zwei Hauptfaktoren. Zum einen entwickelte sich der deutsche Außenhandel im Frühsommer unerwartet robust. Zum anderen fiel der Energiepreisschock infolge des Irankriegs geringer aus, als zunächst befürchtet worden war. Diese positiven Impulse überwogen die bekannten strukturellen Schwächen der deutschen Wirtschaft.

Dennoch bleiben die Aussichten aus Sicht der Konjunkturforscher gedämpft. Für das laufende Sommerquartal erwarten sie lediglich eine Stagnation der Wirtschaftsleistung. Ein Grund dafür sind die negativen Folgen des Niedrigwassers für die Industrie, etwa am Rhein, die die Produktion behindern. Die Lage bleibt somit fragil.

Schwachstellen und Wachstumstreiber

Die DIW-Ökonomin Geraldine Dany-Knedlik beschreibt die Situation treffend: Die deutsche Wirtschaft stehe "noch immer auf etwas wackligen Beinen". Hohe Gaspreise, strukturelle Probleme in der Industrie und eine schwache private Binnennachfrage wirken weiterhin als Bremsklötze für eine dynamischere Erholung.

Der wichtigste Wachstumstreiber bleibt daher vorerst der Staat. Investitionen der öffentlichen Hand, etwa in Infrastruktur, stützen die Konjunktur in einer Phase, in der private Haushalte und Teile der Industrie zurückhaltend agieren. Ohne diese staatlichen Impulse wäre das Wachstum deutlich geringer.

Für die kommenden Jahre sieht das DIW ein moderates, aber kontinuierliches Wachstum. Für 2027 prognostiziert das Institut ein BIP-Plus von 1,0 Prozent, für 2028 dann noch 0,7 Prozent. Die Erholung verläuft somit auf einem niedrigeren Niveau als in früheren Aufschwungphasen, ist aber gefestigter als noch im Frühjahr angenommen.

Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Wirtschaft, Abwertung, Arbeitslosenquote, Begriffe im Finanzlexikon.

Häufige Fragen

Wie stark hat das DIW seine Prognose erhöht?

Das DIW hat seine Wachstumsprognose für das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2026 von 0,5 Prozent (Juni-Prognose) auf 1,2 Prozent (September-Prognose) mehr als verdoppelt.

Was sind die Gründe für die bessere Prognose?

Hauptgründe sind ein unerwartet kräftiger Außenhandel im Frühsommer und ein geringerer Energiepreisschock infolge des Irankriegs als zunächst befürchtet.

Welche Schwachstellen sieht das DIW weiterhin?

Trotz der Revision bleiben hohe Gaspreise, strukturelle Probleme der Industrie, eine schwache private Binnennachfrage und aktuell die Folgen des Niedrigwassers (z.B. am Rhein) als konjunkturelle Bremsen bestehen.

Quellen

#Konjunktur#Wachstumsprognose#DIW#Deutsche Wirtschaft#Bruttoinlandsprodukt

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