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Börse

EZB-Zinserhöhung drückt Dax unter 25.500 Punkte

Nach der zweiten Zinsanhebung in diesem Jahr auf 2,5% notiert der deutsche Leitindex im Minus. Höhere Inflationsprognosen und steigende Ölpreise belasten die Stimmung.

Markt-Redaktion·
Der Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main (Symbolbild)

DXR / Wikimedia Commons (cc-by-sa-4.0)

Der deutsche Aktienmarkt hat auf die erneute Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank mit deutlichen Verlusten reagiert. Der Dax fiel am Donnerstag um bis zu 0,7 Prozent und notierte zeitweise bei 25.407 Punkten. Die Notenbank erhöhte den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins von 2,25 auf 2,5 Prozent. Dies ist die zweite Zinsanhebung in diesem Jahr.

Die EZB begründete ihren Schritt mit anhaltenden Inflationsrisiken, die sich aus der angespannten Lage an den Energiemärkten und dem Konflikt im Nahen Osten ergeben. Zugleich passte die Zentralbank ihre Inflationsprognosen für die kommenden beiden Jahre nach oben an. Verbesserte Konjunkturdaten gäben der Notenbank zusätzliche Rückendeckung für den restriktiveren Kurs, so die Einschätzung von Marktbeobachtern.

Zinswende belastet breiten Markt

Höhere Zinsen gelten tendenziell als Belastung für Aktienmärkte, da sie die Finanzierungskosten für Unternehmen erhöhen und so die Gewinne schmälern können. Zudem machen sie festverzinsliche Anlagen wie Anleihen im Vergleich attraktiver. Der MDax, der mittelständische Unternehmen abbildet, gab mit einem Minus von 1,1 Prozent auf 31.720 Punkte sogar stärker nach als der große Bruder. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,8 Prozent.

Die Stimmung an den US-Börsen wurde zusätzlich durch hohe Ölpreise und neue Inflationsdaten gedämpft. Die Wall Street startete mit Verlusten in den Handel. Die anhaltend hohen Energiepreise stellen eine zentrale Herausforderung für die Inflationsbekämpfung dar und lassen weitere geldpolitische Straffungsschritte möglich erscheinen.

Einzelwerte unter Analystendruck

Neben der makroökonomischen Entwicklung sorgten auch einzelne Analystenkommentare für Bewegung. Die Papiere des Getriebeherstellers Renk fielen um 2,4 Prozent, nachdem das Investmenthaus Exane BNP die Einstufung auf „Neutral“ herabgestuft hatte. Auch der Dienstleister Bilfinger verzeichnete deutliche Verluste von rund fünf Prozent.

Die Aktien großer Softwareunternehmen wie SAP und Nemetschek gehörten zu den größten Verlierern im Dax. Der Technologiesektor reagiert häufig besonders sensibel auf Zinserwartungen, da viele Unternehmen auf Wachstumsfinanzierung angewiesen sind und hohe Bewertungen tragen. Rüstungswerte standen ebenfalls im Fokus, profitierten in der Vergangenheit jedoch oft von geopolitischen Spannungen.

Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Börse, Abrechnung, Aktie, Begriffe im Finanzlexikon.

Häufige Fragen

Auf welches Niveau hat die EZB die Zinsen angehoben?

Die Europäische Zentralbank hat den Einlagenzins von 2,25 auf 2,5 Prozent erhöht.

Warum reagiert der Aktienmarkt negativ auf Zinserhöhungen?

Höhere Zinsen erhöhen die Finanzierungskosten für Unternehmen, können die Gewinne schmälern und machen Anleihen als alternative Anlage attraktiver.

Welcher Index verzeichnete die größten Verluste?

Der MDax, der mittelständische Unternehmen abbildet, fiel mit 1,1 Prozent stärker als der Dax (-0,7%) und der EuroStoxx 50 (-0,8%).

Quellen

#EZB#DAX#Zinsen#Aktienmarkt#Inflation

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