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Börse

Fed-Zinsrisiko bei 66% belastet Aktien

Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der US-Notenbank steigt auf rund zwei Drittel. Höhere Renditen bei Staatsanleihen und hartnäckige Inflation setzen bestimmte Branchen unter Druck.

Markt-Redaktion·
Eine Steinfassade mit der Inschrift "Federal Reserve Bank of Cleveland"; beiderseits des Eingangs steht je eine allegorische Frauenfigur (Symbolbild)

Carol M. Highsmith / Wikimedia Commons (public domain)

Die Nervosität an den US-Aktienmärkten nimmt zu. Hintergrund ist die wachsende Erwartung, dass die Federal Reserve die Leitzinsen erneut anheben könnte, sollte die Inflation nicht nachlassen. Diese Einschätzung wurde zuletzt von Fed-Gouverneur Michael Barr bekräftigt.

Renditen steigen, Inflationsrisiko bleibt

Konkret beziffert das FedWatch Tool der Chicago Mercantile Exchange die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bei der nächsten Sitzung im September auf rund 66 Prozent. Parallel dazu ziehen die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen deutlich an. Die Rendite für zehnjährige US-Treasuries liegt aktuell bei etwa 4,72 Prozent und damit mehr als 0,57 Prozentpunkte höher als zu Jahresbeginn. Die Gesamtinflation verharrt mit 3,7 Prozent deutlich über dem angestrebten Zwei-Prozent-Ziel der Fed.

Laut einer Analyse von Ned Davis Research (NDR) ist für die Aktienmärkte nicht allein der Anstieg der Renditen entscheidend, sondern dessen Ursache. Treibt ein robustes Wirtschaftswachstum die Zinsen nach oben, können Aktien dies oft gut verkraften. Problematisch wird es jedoch, wenn Inflationsängste die Renditen antreiben. In diesem Szenario bewegen sich Aktienkurse und Anleiherenditen historisch häufig in entgegengesetzte Richtungen.

Finanzsektor besonders verwundbar

Besonders im Fokus steht in der aktuellen Phase der Finanzsektor. Ein weiteres Anziehen der kurzfristigen Zinsen könnte die Zinsstrukturkurve abflachen und damit die Profitabilität vieler Banken belasten. NDR-Strategie Rob Anderson erklärte gegenüber Barron’s, dass der Finanzsektor in Phasen steigender Inflation historisch besonders schwach abgeschnitten habe.

Während Bankaktien unter Druck geraten könnten, zeigen sich andere Sektoren möglicherweise resilienter. Die Analyse deutet darauf hin, dass sich Basiskonsumgüter besser behaupten könnten. Diese als defensiv geltenden Werte sind tendenziell weniger abhängig von der Zinsentwicklung, da die Nachfrage nach täglichen Gebrauchsgütern auch in unsicheren Zeiten stabil bleibt.

Die anhaltend hohen Inflationsdaten und die deutliche Sprache der Fed-Beamten haben die Märkte in eine defensive Haltung gezwungen. Die Entwicklung der Zinsstrukturkurve und die Reaktion der Unternehmensgewinne auf höhere Finanzierungskosten werden in den kommenden Wochen die entscheidenden Faktoren für die weitere Richtung sein.

Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Börse, Abrechnung, Aktie, Begriffe im Finanzlexikon.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung?

Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bei der nächsten Fed-Sitzung im September wird aktuell mit rund 66 Prozent beziffert.

Welcher Sektor gilt als besonders anfällig für steigende Zinsen?

Der Finanzsektor, insbesondere Banken, wird als besonders verwundbar angesehen, da eine abflachende Zinsstrukturkurve ihre Profitabilität belasten kann.

Warum ist die Ursache des Renditeanstiegs wichtig?

Aktien können mit Renditeanstiegen aufgrund von starkem Wirtschaftswachstum besser umgehen. Werden die Renditen jedoch von Inflationsängsten getrieben, führt dies historisch häufiger zu negativen Korrelationen mit den Aktienkursen.

Quellen

#Federal Reserve#Zinsen#Inflation#Aktienmarkt#Banken

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