Goldpreis fällt weiter vor Fed-Entscheidung
Der Goldpreis verzeichnet am Donnerstag den zweiten täglichen Rückgang in Folge. Anleger wägen anhaltende US-Inflation gegen diplomatische Fortschritte im Nahen Osten ab.
Carol M. Highsmith / Wikimedia Commons (public domain)
Der Goldpreis setzte am Donnerstag seinen Abwärtstrend fort und notierte zum zweiten Handelstag in Folge im Minus. Der Spotpreis für Gold fiel um 0,3 Prozent auf 4.579,85 US-Dollar je Unze. US-Gold-Futures gaben sogar um ein halbes Prozent auf 4.632,44 Dollar nach. Die Bewegung spiegelt die vorsichtige Haltung der Anleger wider, die zwischen zwei gegenläufigen Marktkräften abwägen.
Anhaltende Inflation stützt Dollar
Ein wesentlicher Druckfaktor für Gold ist der stabile US-Dollar, der sich in der Nähe eines Ein-Wochen-Hochs hält. Diese Stärke wird durch robustere als erwartete US-Inflationsdaten gestützt, die die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) bis Jahresende am Leben halten. Gold, das in Dollar notiert, wird für Anleger mit anderen Währungen teurer, wenn der Dollar steigt, was die Nachfrage dämpfen kann. Die Märkte richten ihren Blick nun voll auf die erste Rede des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh beim Jackson Hole Symposium am Freitag, die weitere Hinweise auf den Zinspfad geben könnte.
Gleichzeitig mildert eine entspanntere geopolitische Lage den traditionellen Sicherheitsbedarf, der sonst in Gold fließt. Medienberichten zufolge haben die USA und der Iran eine vorläufige Waffenruhe vereinbart, die Garantien für einen ungehinderten kommerziellen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus beinhaltet. Diese Meerenge ist eine kritische Passage für etwa ein Fünftel des weltweit transportierten Öls. Offizielle iranische Stellen bestätigten zwar, dass mit Oman eine vorübergehende maritime Route vereinbart wurde, betonten aber, dass ein endgültiges Abkommen noch nicht steht und die Gespräche über Details andauern.
Diplomatische Bewegung im Nahen Osten
Die diplomatischen Bemühungen erhalten weiteren Schwung durch den heutigen Besuch des katarischen Premierministers und Außenministers, Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al Thani, in der iranischen Hauptstadt Teheran. Ziel ist es, die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran wiederzubeleben. Eine dauerhafte Deeskalation in der Region würde das Risikoprämium für Rohstoffe wie Öl und auch für sichere Häfen wie Gold weiter verringern.
Die derzeitige Marktphase zeigt, wie Gold zwischen seinen Rollen als Inflationshedge und sicherer Hafen hin- und hergerissen ist. Während hohe Inflationsdaten grundsätzlich den Besitz von Sachwerten wie Gold attraktiv machen, erhöhen sie auch die Wahrscheinlichkeit strafferer Geldpolitik, was den Dollar stärkt und die Opportunitätskosten für zinslose Anlagen wie Gold in die Höhe treibt. Die kommenden Tage werden entscheidend sein, um zu sehen, welche dieser Kräfte die Oberhand gewinnt.
Die Marktteilnehmer werden die Äußerungen von Fed-Chef Warsh genau analysieren, um die künftige geldpolitische Ausrichtung besser einschätzen zu können. Jegliche Andeutung einer längeren Phase restriktiver Politik könnte den Dollar weiter stützen und den kurzfristigen Druck auf den Goldpreis erhöhen. Umgekehrt könnte ein vorsichtigerer Tonfall die Erwartungen für weitere Zinserhöhungen dämpfen und Gold wieder attraktiver machen.
Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Devisen, Devisen, Forex, Begriffe im Finanzlexikon.
Häufige Fragen
Warum fällt der Goldpreis?
Der Goldpreis fällt aufgrund eines stärkeren US-Dollars, der durch Inflationsdaten gestützt wird, und aufgrund von Berichten über diplomatische Fortschritte im Nahen Osten, die das geopolitische Risiko mindern.
Welche Rolle spielt die Straße von Hormus?
Die Straße von Hormus ist eine kritische Schifffahrtsroute für etwa 20 % des weltweit transportierten Öls. Eine Vereinbarung zur Sicherung der Passage verringert das Risiko von Lieferunterbrechungen und dämpft die Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen.
Worauf achten Anleger als Nächstes?
Die Märkte fokussieren sich jetzt auf die erste Rede des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh beim Jackson Hole Symposium am Freitag, die Hinweise auf den weiteren Zinspfad der US-Notenbank geben könnte.
Quellen
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