Ölpreis steigt nach Pipeline-Schließung in Saudi-Arabien
Die Schließung der strategischen East-West-Pipeline nach Houthi-Angriffen und verschobene Gespräche zur Straße von Hormus treiben den Ölpreis deutlich über 101 Dollar.
Die Preise für Rohöl sind am Montag deutlich gestiegen, nachdem Saudi-Arabien die Schließung seiner wichtigen East-West-Pipeline bestätigt hat. Hintergrund sind Angriffe der mit dem Iran verbündeten Houthi-Milizen aus dem Jemen. Der Preis für WTI-Rohöl der Sorte Oktober stieg um 1,52 Dollar oder 1,52 Prozent auf 101,57 Dollar pro Barrel. Damit wurde ein Teil des Rückgangs vom vergangenen Freitag wieder ausgeglichen.
Strategische Pipeline angegriffen
Die saudische Regierung hatte die Schließung der Pipeline bereits am Freitag bekannt gegeben. Die Houthi-Milizen hatten die Anlage in den Regionen Riad und Medina mit Drohnen angegriffen, die von Irak aus gestartet wurden. Die fast 1.200 Kilometer lange Pipeline ist eine entscheidende Infrastruktur für den globalen Ölhandel. Sie transportiert saudisches Rohöl zum Hafen von Yanbu am Roten Meer und umgeht dabei die engere Straße von Hormus.
Die Kapazität der Leitung liegt bei bis zu sieben Millionen Barrel pro Tag. Experten schätzen, dass Reparaturen unter günstigen Bedingungen sechs bis acht Wochen dauern könnten. Ein längerer Ausfall könnte Saudi-Arabien dazu zwingen, seine Fördermenge zu reduzieren, was das weltweite Angebot weiter verknappen würde.
Gespräche über Hormus verschoben
Parallel zur Pipeline-Schließung wurden auch diplomatische Gespräche verschoben, die eine Entspannung der Lage hätten bringen können. Die Mitgliedsstaaten des Golfkooperationsrates hatten für Montag ein Treffen mit einer hochrangigen iranischen Delegation in der omanischen Hafenstadt Salalah geplant. Ziel war es, über den Konflikt zwischen den USA und dem Iran zu beraten.
Die regionalen Beamten haben das Treffen jedoch in der Nacht zu Montag ohne die Ankündigung eines neuen Termins abgesagt. Diese Entwicklung dämpft die Erwartungen an eine baldige Wiedereröffnung der strategisch vitalen Straße von Hormus. Iran hatte die Wasserstraße zu Beginn des US-Iran-Konflikts geschlossen.
Die Kombination aus physischer Unterbrechung der Pipeline und dem stockenden diplomatischen Prozess verschärft die Sorgen vor anhaltenden Lieferengpässen. Der Markt reagiert sensibel auf jede Nachricht, die die Versorgungssicherheit aus der Region infrage stellt. Die East-West-Pipeline war bisher ein wichtiger Ausweichroute, um den Engpass in der Straße von Hormus zu umgehen.
Die aktuelle Preisentwicklung zeigt, wie fragil die Ölmärkte auf Störungen in der Golfregion reagieren. Jede Unterbrechung einer wichtigen Exportroute führt zu sofortigen Aufschlägen, da die globalen Reserven begrenzt sind und die Nachfrage stabil bleibt. Die Märkte werden die Reparaturfortschritte und weitere diplomatische Schritte genau beobachten.
Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Märkte, Abrechnung, Aktie, Begriffe im Finanzlexikon.
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