US-Rendite erreicht 16-Jahres-Hoch vor Fed-Sitzung
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist auf über 5 Prozent gestiegen – der höchste Stand seit 2007. Der Markt preist eine weitere Zinserhöhung der Fed mit über 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit ein.
Carol M. Highsmith / Wikimedia Commons (public domain)
Am US-Anleihemarkt herrscht vor der Zinsentscheidung der Federal Reserve am Mittwoch erheblicher Druck. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist am Dienstag auf 5,025 Prozent gestiegen und hat damit ein Niveau erreicht, das seit 2007 nicht mehr beobachtet wurde. Der Anstieg um mehr als sechs Basispunkte markiert eine deutliche Verschärfung des seit Wochen anhaltenden Ausverkaufs.
Anleihen unter Druck
Die Bewegung ist ein klassisches Beispiel für das inverse Verhältnis von Kurs und Rendite: Während die Kurse für US-Staatsanleihen fallen, steigen die entsprechenden Renditen. Dieser Trend hat sich in den vergangenen Tagen beschleunigt, nachdem die Rendite am Montag erstmals seit 2007 kurzzeitig die psychologisch wichtige Fünf-Prozent-Marke überschritten hatte. Die aktuelle Entwicklung spiegelt die wachsende Erwartung des Marktes wider, dass die US-Notenbank ihre restriktive Geldpolitik fortsetzen wird.
Der entscheidende Treiber hinter dem Renditeanstieg ist die anhaltend hohe Inflation. Die Verbraucherpreise lagen im August weiterhin deutlich über dem Inflationsziel der Fed von zwei Prozent. Vor diesem Hintergrund beginnt am Dienstag die zweitägige Sitzung des Federal Open Market Committee, bei der über die nächsten geldpolitischen Schritte entschieden wird.
Markt rechnet fest mit Zinserhöhung
Die Erwartungen der Marktteilnehmer sind nahezu einhellig. Das FedWatch-Tool der CME Group, das die impliziten Wahrscheinlichkeiten für Zinsentscheidungen aus den Preisen von Fed-Futures ableitet, zeigt eine Wahrscheinlichkeit von über 92 Prozent für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte an. Dies entspricht einer Anhebung des Leitzinskorridors um 0,25 Prozentpunkte.
Jonathan Liang, Anlagestratege für Anleihen und Devisen bei Standard Chartered, verwies gegenüber CNBC auf die hohe Sensitivität zehnjähriger US-Staatsanleihen gegenüber Inflationserwartungen. Solange die Inflationsindikatoren über dem Ziel der Fed verharren, werde dieser enge Zusammenhang seiner Einschätzung nach vorerst bestehen bleiben. Die langfristigen Anleihen reagieren damit unmittelbar auf die Perspektive einer länger andauernden restriktiven Geldpolitik.
Die Auswirkungen des Renditeschocks sind weitreichend. Höhere Renditen bei US-Staatsanleihen erhöhen die Finanzierungskosten für Unternehmen und Verbraucher weltweit, da der Dollar als globale Reservewährung dient. Für den Aktienmarkt bedeuten sie eine höhere Diskontierungsrate für künftige Gewinne, was insbesondere wachstumsstarke Technologieunternehmen unter Druck setzen kann.
Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Märkte, Abrechnung, Aktie, Begriffe im Finanzlexikon.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen?
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist auf 5,025 Prozent gestiegen. Dies ist der höchste Stand seit dem Jahr 2007.
Was bedeutet der aktuelle Renditeanstieg?
Der Anstieg der Rendite bedeutet, dass die Kurse für entsprechende US-Staatsanleihen fallen. Er spiegelt die Markterwartung wider, dass die US-Notenbank ihre restriktive Geldpolitik aufgrund anhaltend hoher Inflation fortsetzen wird.
Wie wahrscheinlich schätzt der Markt eine Zinserhöhung der Fed ein?
Der Markt preist eine Wahrscheinlichkeit von über 92 Prozent für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei der aktuellen Sitzung ein. Diese Einschätzung wird durch das FedWatch-Tool der CME Group quantifiziert.
Quellen
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