Was ist Leistungsbilanzdefizit?
Ein Leistungsbilanzdefizit liegt vor, wenn die Ausgaben eines Landes für Importe, Dienstleistungen und Kapitalerträge ins Ausland höher sind als die entsprechenden Einnahmen.
Das Leistungsbilanzdefizit (oft vereinfacht 'Handelsbilanzdefizit' genannt) zeigt, dass ein Land mehr Waren, Dienstleistungen und Kapitalerträge aus dem Ausland bezieht, als es dorthin verkauft oder liefert. Es muss diese Lücke durch Kapitalimporte (z.B. ausländische Investitionen oder Kredite) finanzieren. Ein dauerhaft hohes Defizit kann zu einer Abhängigkeit von ausländischem Kapital führen.
Für die Eurozone und ihre Mitgliedsländer wird die Leistungsbilanz genau beobachtet. Ein Defizit kann auf mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie hinweisen. Umgekehrt kann ein Überschuss, wie ihn Deutschland lange hatte, zu globalen wirtschaftlichen Ungleichgewichten beitragen. Die Europäische Zentralbank und die EU-Kommission überwachen diese Ungleichgewichte.