Gold vor US-Arbeitsmarktbericht unter Druck
Der Goldpreis gibt nach dem Vortagsgewinn etwas nach, während der Markt den US-Jobsbericht erwartet. Geopolitische Spannungen und geänderte Zinserwartungen halten die Woche im Plus.
Szaaman / Wikimedia Commons (pd)
Der Goldpreis notiert am Freitag unter leichtem Druck, nachdem er am Vortag kräftig zugelegt hatte. Spot-Gold verliert 0,2 Prozent auf 4.466,31 US-Dollar je Unze. US-Gold-Futures geben mit 0,7 Prozent etwas stärker nach und stehen bei 4.510,39 Dollar. Trotz des heutigen Rücksetzers bleibt Gold auf wöchentlicher Basis im Plus, gestützt von geänderten Erwartungen an die US-Notenbank und geopolitischen Risiken.
Blick auf die Fed und den Arbeitsmarkt
Die Aufmerksamkeit der Märkte richtet sich vollständig auf den US-Arbeitsmarktbericht für August, der am Nachmittag veröffentlicht wird. Ökonomen erwarten einen Anstieg der Beschäftigung um 55.000 Stellen, nachdem im Juli ein Rückgang von 23.000 verzeichnet wurde. Die Arbeitslosenquote wird prognostiziert, auf 4,2 Prozent von zuvor 4,1 Prozent zu klettern. Diese Daten gelten als wichtiger Indikator für den weiteren geldpolitischen Kurs der Federal Reserve.
Die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed in diesem Monat haben sich bereits deutlich abgekühlt. Ausschlaggebend waren jüngste Äußerungen von Fed-Gouverneur Christopher Waller, der sich für eine unveränderte Leitzinsentscheidung bei der kommenden Sitzung ausgesprochen hatte. Diese dovish eingeschätzten Signale hatten am Donnerstag den Goldpreis um zwei Prozent nach oben getrieben, da niedrigere Zinsen den Opportunitätskosten des nicht verzinslichen Edelmetalls entgegenwirken.
Geopolitische Spannungen stützen den Wochenverlauf
Neben den Zinserwartungen bleiben die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten ein zentraler Preistreiber für sichere Häfen wie Gold. Die Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran eskalieren weiter. Der Iran meldete für einen zweiten Tag in Folge Vergeltungsschläge auf US-Stützpunkte in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
US-Präsident Donald Trump konterte mit der Aussage, Washington könne den Iran „jederzeit angreifen, wenn wir wollen“. Vizepräsident JD Vance schloss Gespräche mit Teheran aus, solange Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus andauern, und betonte, alle Optionen stünden weiterhin auf dem Tisch. Ein iranischer Vizepräsident drohte seinerseits mit einer „asymmetrischen“ Antwort und warnte vor „dunklen Monaten“ für die US-Wirtschaft.
Diese angespannte Lage treibt auch die Ölmärkte. Brent-Rohöl notiert zwar heute leicht im Minus, verzeichnet in der laufenden Woche jedoch einen Anstieg von mehr als acht Prozent. Die Angst vor anhaltenden Unterbrechungen der Rohöllieferungen durch die strategisch vitale Straße von Hormus hält die Risikoprämien hoch. Für Gold wirkt diese Unsicherheit als fundamentale Stütze und trägt zum wöchentlichen Plus bei.
Der US-Dollar-Index zeigt sich am Freitag stabil. Die Währung bewegt sich in engen Bandbreiten, während Händler auf die Arbeitsmarktdaten warten. Die Kombination aus abgeschwächten Zinserwartungen und geopolitischen Risiken hat in dieser Woche eine klassische Konstellation für Gold geschaffen, die trotz eines starken Dollars zu Kursgewinnen führte.
Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Devisen, Devisen, Forex, Begriffe im Finanzlexikon.
Quellen
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