Goldpreis steigt auf über 4.400 Dollar
Der Goldpreis legt kräftig zu, da schwächere US-Arbeitsmarktdaten und sinkende Renditen die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed dämpfen.
Ibex73 / Wikimedia Commons (CC BY 4.0)
Der Goldpreis hat am Donnerstag einen kräftigen Aufschwung erlebt und ist über die Marke von 4.400 US-Dollar je Feinunze gestiegen. Spot-Gold notierte mit einem Plus von 1,1 Prozent bei 4.435,98 Dollar. US-Gold-Futures legten sogar 1,6 Prozent auf 4.483,44 Dollar zu.
Schwächere Arbeitsmarktdaten dämpfen Zinserwartungen
Der Anstieg wurde maßgeblich durch schwächer als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten getrieben. Die ADP-Beschäftigungszahlen fielen unter die Prognosen und nährten neue Hoffnungen, dass eine nachlassende Dynamik am Arbeitsmarkt die US-Notenbank (Fed) von einer weiteren Zinserhöhung bei ihrem nächsten Treffen Mitte September abhalten könnte. Diese Erwartung drückte die Renditen von US-Staatsanleihen von ihren jüngsten Höchstständen und schwächte gleichzeitig den US-Dollar.
Ein schwächerer Dollar macht Gold für Anleger außerhalb der USA günstiger und erhöht somit die Nachfrage. Die Kombination aus nachlassenden Renditen und einem günstigeren Wechselkurs schafft ein klassisch positives Umfeld für den Edelmetallpreis. Die Marktteilnehmer werten die Daten als Signal, dass die bisherigen straffen Zinserhöhungen der Fed beginnen, die Wirtschaft abzukühlen.
Beruhigende Worte aus der Fed stützen die Stimmung
Die Stimmung wurde zusätzlich durch Kommentare von New Yorker Fed-Präsident John Williams gestützt. Er äußerte in einem CNBC-Interview, dass die Inflationserwartungen gut verankert seien und es keine ungewöhnliche Verbreiterung der Effekte höherer Energiepreise gebe. Diese Aussagen beruhigten die Anleger und milderten die Befürchtungen vor einer unmittelbar bevorstehenden Zinserhöhung.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die offiziellen Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls) vom Freitag, die sowohl den öffentlichen als auch den privaten Sektor umfassen. Ökonomen erwarten einen Anstieg der Beschäftigung um 55.000 Stellen im August, nach einem Rückgang um 23.000 im Juli. Die Arbeitslosenquote wird prognostiziert, auf 4,2 Prozent von 4,1 Prozent zu steigen. Diese Daten werden als entscheidend für die geldpolitische Ausrichtung der Fed angesehen.
Parallel dazu beruhigte sich auch der Ölmarkt nach einer dreitägigen Rallye, was die Inflationssorgen weiter entschärfte. Ein stabilerer Ölpreis entlastet die Inflationsperspektive und reduziert den Druck auf die Zentralbank, mit weiteren Zinsanhebungen gegensteuern zu müssen. Dieses gesamtwirtschaftliche Umfeld aus moderierter Inflationsangst und gedämpften Zinserwartungen begünstigt weiterhin nicht-verzinsliche Anlageklassen wie Gold.
Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Devisen, Devisen, Forex, Begriffe im Finanzlexikon.
Häufige Fragen
Warum ist der Goldpreis heute gestiegen?
Der Goldpreis stieg aufgrund schwächerer US-Arbeitsmarktdaten (ADP), die die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank dämpften. Dies führte zu sinkenden Anleiherenditen und einem schwächeren US-Dollar, was Gold attraktiver macht.
Welche Rolle spielen die US-Arbeitsmarktdaten?
Die ADP-Daten fielen schwächer aus als erwartet. Dies wird als Zeichen für eine nachlassende Konjunktur gewertet, was die US-Notenbank von weiteren Zinserhöhungen abhalten könnte. Die offiziellen Non-Farm Payrolls am Freitag werden nun mit Spannung erwartet.
Wie wirken sich die Fed-Kommentare aus?
Beruhigende Äußerungen von Fed-Präsident John Williams, dass die Inflationserwartungen verankert seien und die Energiepreise keine ungewöhnlichen Effekte hätten, haben die Marktängste vor einer aggressiven Zinspolitik gemildert und die Stimmung für Gold verbessert.
Quellen
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