Goldpreis auf Vier-Wochen-Tief
Der Goldpreis fällt auf ein Vier-Wochen-Tief bei 4.309 US-Dollar je Unze. Eskalierende Spannungen im Nahen Osten und Zinserhöhungserwartungen der Fed drücken den Edelmetallkurs.
Szaaman / Wikimedia Commons (pd)
Der Goldpreis hat am Mittwoch ein Vier-Wochen-Tief erreicht. Der Spotpreis für Gold fiel um ein halbes Prozent auf 4.309,07 US-Dollar je Unze. US-Gold-Futures notierten mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 4.356,79 Dollar.
Zinserwartungen drücken den Preis
Haupttreiber des Rückgangs sind die gestiegenen Erwartungen an eine straffere Geldpolitik der US-Notenbank. Die Märkte bewerten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei der nächsten Fed-Sitzung am 15. und 16. September mittlerweile mit 68,2 Prozent. Diese Einschätzung stützt sich auf das CME FedWatch Tool.
Fed-Gouverneur Michael Barr hatte am Dienstag signalisiert, dass er eine Zinserhöhung unterstützen würde, sollte sich die Inflation nicht rasch abschwächen. Die Inflationsrate liegt weiterhin über dem Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank. Die kommenden Daten, insbesondere der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag und die Verbraucherpreisdaten für August am 11. September, werden für die weitere geldpolitische Ausrichtung entscheidend sein.
Geopolitische Spannungen als Gegenwind
Parallel zu den Zinsängsten belasten auch eskalierende geopolitische Spannungen im Nahen Osten den Goldmarkt. Ölpreise stiegen in Richtung 95 US-Dollar je Barrel für Brent, nachdem sich die Kämpfe zwischen den USA und dem Iran verschärft hatten. Dies weckte Befürchtungen vor weiteren Störungen der Energieflüsse durch die strategisch wichtige Straße von Hormus.
Der Iran startete Raketen- und Drohnenangriffe auf mit den USA verbundene Ziele in Bahrain, Jordanien und Kuwait. Diese Angriffe erfolgten als Reaktion auf eine neue Angriffswelle des US-Zentralkommandos gegen Ziele der iranischen Revolutionsgarden. Die USA hatten zuvor Teherans Versuche, in der Straße von Hormus Seeminen zu legen, sowie einen früheren Angriff auf einen US-Militärstützpunkt als Begründung genannt.
Der US-Dollar bleibt angesichts dieser Entwicklungen und der anhaltend hohen Renditen langlaufender US-Staatsanleihen fest. Ein starker Dollar macht Gold für Anleger außerhalb der USA tendenziell teurer und dämpft somit die Nachfrage. Der Edelmetallmarkt befindet sich im Spannungsfeld zwischen seinem traditionellen Status als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten und den attraktiver werdenden Renditen zinsbringender Anlagen.
Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Devisen, Devisen, Forex, Begriffe im Finanzlexikon.
Häufige Fragen
Warum fällt der Goldpreis aktuell?
Der Goldpreis fällt vor allem aufgrund gestiegener Erwartungen an Zinserhöhungen der US-Notenbank (Fed) und eines festen US-Dollars. Höhere Zinsen machen zinslose Anlagen wie Gold weniger attraktiv.
Welche Rolle spielen die Spannungen im Nahen Osten?
Die eskalierenden Konflikte zwischen den USA und dem Iran trieben die Ölpreise in die Höhe und schürten Inflationsängste. Normalerweise stützt dies Gold als Inflationsschutz, doch die dominierenden Zinserwartungen überwiegen derzeit diesen Effekt.
Wann entscheidet die Fed über die Zinsen?
Das nächste geldpolitische Treffen des Federal Open Market Committee (FOMC) findet am 15. und 16. September statt. Die Märkte rechnen dort mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung.
Quellen
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