Gold verliert weiter auf Fed-Zinserwartungen
Der Goldpreis setzt seine Verluste fort, angetrieben von hawkischen Äußerungen des Fed-Vorsitzenden und geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Der US-Dollar bleibt stark.
Carol M. Highsmith / Wikimedia Commons (public domain)
Der Goldpreis setzte am Montag seinen Abwärtstrend fort und notierte deutlich unter der Marke von 4.500 US-Dollar je Feinunze. Die Anleger reagierten damit auf verschärfte Erwartungen für weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank, die durch die jüngsten Aussagen von Fed-Vorsitzendem Kevin Warsh auf dem Jackson-Hole-Symposium genährt wurden. Zugleich belasteten neue geopolitische Spannungen im Nahen Osten die Stimmung für den sicheren Hafen.
Spot-Gold verlor am Montag nochmals 0,4 Prozent und fiel auf rund 4.439 US-Dollar je Unze. Damit setzte sich der deutliche Rückgang vom vergangenen Freitag fort, an dem der Preis bereits um etwa drei Prozent eingebrochen war. US-Gold-Futures notierten mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 4.489,61 Dollar. Die Entwicklung spiegelt eine Verschiebung der Markterwartungen wider: Warshs Rede angesichts anhaltender Inflationsrisken ließ die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung im September und eine weitere im Dezember steigen.
Entscheidende Datenwoche steht bevor
Die Märkte blicken nun gespannt auf eine Reihe wichtiger Wirtschaftsdaten, die den weiteren Kurs der Fed prägen könnten. Der US-Arbeitsmarktbericht für August, der am Freitag veröffentlicht wird, gilt als zentraler Indikator für die Stärke der Wirtschaft. Am 11. September folgen dann die US-Verbraucherpreisdaten für August. Diese Zahlen werden entscheidend dafür sein, ob die Inflationsdynamik eine aggressive Zinspolitik weiter rechtfertigt. Parallel dazu könnten die EU-Inflationsdaten dieser Woche die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank bei ihrer Sitzung am 10. September zementieren.
Die Aussicht auf höhere Zinsen stärkte weiterhin den US-Dollar, der sich in der Nähe eines Zweiwochenhochs bewegte. Höhere Zinsen machen den Dollar für Anleger attraktiver und erhöhen die Opportunitätskosten für den Besitz von zinslosen Vermögenswerten wie Gold. Interessanterweise tickten die US-Staatsanleiherenditen jedoch leicht nach unten, nachdem Finanzminister Scott Bessent Bedenken über die steigende US-Verschuldung und Instabilitäten am Anleihemarkt zurückgewiesen hatte.
Geopolitische Risiken treiben Ölpreis
Auf der geopolitischen Bühne eskalierte der Konflikt zwischen den USA und dem Iran weiter. Iranische Kräfte griffen nach Angaben amerikanischer Streitkräfte US-Stellungen in Jordanien an. Dieser Schritt war eine Reaktion auf einen begrenzten US-Angriff auf zwei iranische Abschussrampen auf der Insel Larak. Das US-Zentralkommando begründete die Aktion damit, dass die Kräfte der Revolutionsgarden eine unmittelbare Bedrohung in der Straße von Hormus darstellten.
Die Verschärfung der Spannungen trieb den Ölpreis deutlich nach oben. Die Brent-Sorte stieg in Richtung der 92-Dollar-Marke je Barrel. Steigende Energiepreise bergen die Gefahr, die Inflation erneut anzuheizen, was den Druck auf die Zentralbanken erhöhen könnte, ihre restriktive Politik fortzusetzen oder sogar zu verschärfen. Diese Wechselwirkung zwischen geopolitischen Risiken, Rohstoffpreisen und geldpolitischen Erwartungen belastet die kurzfristige Aussicht für Gold.
Für Goldinvestoren stellt sich die Situation derzeit ambivalent dar. Einerseits könnten anhaltende Spannungen im Nahen Osten traditionell die Nachfrage nach dem sicheren Hafen stützen. Andererseits überwiegt aktuell der Einfluss der Geldpolitik: Die Aussicht auf weiter steigende Zinsen und ein starker Dollar drücken den Preis. Der Markt befindet sich in einem Abwägungsprozess zwischen diesen beiden Kräften.
Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Devisen, Devisen, Forex, Begriffe im Finanzlexikon.
Häufige Fragen
Warum fällt der Goldpreis aktuell?
Der Goldpreis fällt vor allem aufgrund gestiegener Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank. Höhere Zinsen machen den zinslosen Besitz von Gold weniger attraktiv und stärken gleichzeitig den US-Dollar, in dem Gold gehandelt wird.
Welche Rolle spielen die Spannungen im Nahen Osten?
Die Eskalation zwischen den USA und dem Iran hat den Ölpreis in die Höhe getrieben und könnte die Inflation antreiben. Dies erhöht den Druck auf die Zentralbanken, die Zinsen hochzuhalten, was Gold indirekt belastet. Gleichzeitig könnten die Spannungen aber auch die traditionelle Safe-Haven-Nachfrage nach Gold stützen.
Auf welche Daten sollten Anleger jetzt achten?
Entscheidend sind der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag und die US-Verbraucherpreisdaten am 11. September. Sie geben Aufschluss über die Wirtschaftsstärke und die Inflationsentwicklung und werden die Erwartungen an das weitere Vorgehen der Fed prägen.
Quellen
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