Börse

Dax steigt nach US-Inflation, Anleiherenditen auf Höchststände

Der deutsche Leitindex gewinnt nach US-Inflationsdaten, während steigende Ölpreise weltweit Anleiherenditen auf Mehrjahreshochs treiben. Die Märkte rechnen nun mit einer Zinserhöhung der Fed.

Markt-Redaktion·
Die Fassade der Frankfurter Börse und die Statue auf ihrem Dach, im Hintergrund ein moderner Glaswolkenkratzer (Symbolbild)

Dietmar Rabich / Wikimedia Commons (cc-by-sa-4.0)

Der deutsche Aktienmarkt setzte am Freitag seinen Aufwärtstrend fort, angetrieben von den jüngsten US-Inflationsdaten. Der Dax notierte zuletzt rund 0,8 Prozent höher bei 25.537 Punkten, während der MDax der mittelgroßen Werte um 0,1 Prozent auf 31.634 Punkte zulegte. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um knapp ein Prozent.

US-Inflation befeuert Zinserwartungen

Die im August veröffentlichten US-Verbraucherpreise stiegen um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und entsprachen damit den Erwartungen der Volkswirte. Diese Daten haben die Spekulationen über eine geldpolitische Straffung der US-Notenbank Fed deutlich intensiviert. Händler an den Terminmärkten schätzen die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt in der kommenden Woche nun auf rund 90 Prozent, nachdem sie zuvor bei etwa 70 Prozent lag.

Die Europäische Zentralbank hatte bereits am Vortag ihren Einlagesatz von 2,25 auf 2,50 Prozent angehoben, um den Kampf gegen die Inflation fortzusetzen. Investoren bereiten sich nun auf eine weitere mögliche Zinserhöhung im Dezember vor, da die Zentralbanken weltweit weiterhin unter Preisdruck stehen.

Ölpreisschock treibt Anleiherenditen

Parallel zu den Aktiengewinnen sorgt der anhaltende Konflikt im Nahen Osten für erhebliche Turbulenzen an den Rohstoff- und Anleihemärkten. Die Ölpreise erreichten mit einem Anstieg von rund 2 Prozent neue Höchststände seit knapp vier Monaten. Nordseeöl Brent kostete bis zu 109,97 US-Dollar pro Fass, während das US-Öl WTI auf 104,46 Dollar stieg.

Die steigenden Energiepreise lösten weltweit einen Ausverkauf an den Anleihemärkten aus. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen stieg um zwei Basispunkte auf 4,9708 Prozent und markierte damit den höchsten Stand seit drei Jahren. Noch deutlicher fiel der Anstieg bei langfristigen Papieren aus: Die Renditen 30-jähriger Anleihen erreichten mit 5,3803 Prozent ein 19-Jahres-Hoch.

Diese Entwicklung spiegelt die wachsende Besorgnis der Anleger über die anhaltende Inflation und die erwarteten Reaktionen der Zentralbanken wider. Die Märkte passen ihre Portfolios an die Aussicht auf höhere Zinsen über einen längeren Zeitraum an, was traditionell zu Druck auf Wachstumswerte führen kann.

Die Situation verdeutlicht die gegenläufigen Kräfte, die derzeit auf die Finanzmärkte einwirken: Während positive Konjunkturdaten und stabile Inflation die Aktienkurse stützen, belasten steigende Rohstoffpreise und die daraus resultierenden höheren Anleiherenditen die Bewertungen. Diese Spannung wird die Marktteilnehmer in den kommenden Wochen weiterhin beschäftigen.

Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Börse, Abrechnung, Aktie, Begriffe im Finanzlexikon.

Häufige Fragen

Wie entwickelten sich die US-Inflationsdaten im August?

Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im August um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dieser Anstieg entsprach den Erwartungen der Volkswirte.

Welche Auswirkungen haben die steigenden Ölpreise?

Die durch den Nahost-Konflikt getriebenen höheren Ölpreise führen zu einem Ausverkauf an den Anleihemärkten und treiben die Renditen auf Mehrjahreshochs. Brent-Öl erreichte 109,97 Dollar pro Fass.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung?

Die Märkte schätzen die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der US-Notenbank um einen Viertelprozentpunkt in der kommenden Woche nun auf rund 90 Prozent, nachdem sie zuvor bei etwa 70 Prozent lag.

Quellen

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