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EZB startet Bürgerabstimmung über neue Euro-Banknoten

Die Europäische Zentralbank lässt die Bevölkerung über zehn Designvorschläge abstimmen. Die Entscheidung für eine neue Serie fällt Ende 2026.

Devisen-Redaktion·
Der Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main (Symbolbild)

DXR / Wikimedia Commons (cc-by-sa-4.0)

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat einen ungewöhnlichen Schritt eingeleitet: Sie überlässt die Gestaltung der künftigen Euro-Banknoten teilweise der Bevölkerung. Bis zum 21. September können Bürgerinnen und Bürger in der gesamten Eurozone online über zehn verschiedene Designentwürfe abstimmen. Die finale Entscheidung wird der EZB-Rat voraussichtlich Ende 2026 treffen.

Zehn Motive zur Auswahl

Zur Wahl stehen zwei Motivwelten mit jeweils fünf konkreten Vorschlägen. Unter dem Thema 'Europäische Kultur' zeigen die Entwürfe auf der Vorderseite historische Persönlichkeiten wie Ludwig van Beethoven, Marie Curie oder Leonardo da Vinci. Die Rückseiten greifen kulturelle Szenen auf, darunter Straßenkunst oder ein Sängerfest. Die zweite Motivwelt konzentriert sich auf die 'Natur Europas'.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte bei der Vorstellung der Entwürfe, dass die Banknoten den Bürgern gehörten und rief zur breiten Teilnahme auf. Auch Bundesbankpräsident Joachim Nagel unterstützt die Abstimmung. Je höher die Beteiligung ausfalle, desto besser könnten die neuen Scheine die europäische Vielfalt und gemeinsame Werte widerspiegeln.

Langer Weg bis zur Einführung

Auch wenn die Entscheidung über das Design Ende 2026 fallen soll, wird es noch mehrere Jahre dauern, bis die neuen Banknoten tatsächlich in Umlauf kommen. Der Prozess umfasst neben der finalen Designauswahl auch die technische Entwicklung, Sicherheitsprüfungen und die Produktionsplanung. Die EZB hatte sich bereits im vergangenen Jahr auf die beiden übergeordneten Motivwelten festgelegt.

Der Euro ist die gemeinsame Währung von rund 358 Millionen Menschen in 21 EU-Staaten. Eine Änderung des Designs betrifft somit einen erheblichen Teil der europäischen Bevölkerung direkt. Die letzte größere Überarbeitung der Euro-Banknoten erfolgte mit der 'Europa-Serie', die zwischen 2013 und 2019 schrittweise eingeführt wurde.

Die öffentliche Abstimmung stellt einen bemerkenswerten Schritt in der Kommunikation einer Zentralbank dar. Sie signalisiert den Willen, die Bürger stärker in einen Prozess einzubinden, der traditionell hinter verschlossenen Türen stattfand. Ob sich daraus ein nachhaltigerer Dialog über die Gestaltung unseres gemeinsamen Geldes entwickelt, bleibt abzuwarten.

Für den Zahlungsverkehr selbst hat die Designänderung keine unmittelbaren Auswirkungen. Die Sicherheitsmerkmale und der Nennwert der Scheine bleiben unverändert. Es handelt sich primär um eine ästhetische und symbolische Erneuerung der weltweit zweitwichtigsten Reservewährung.

Quellen

#EZB#Euro#Banknoten#Design#Bürgerbeteiligung

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