Goldpreis erholt sich nach dreitägigem Rutsch
Der Goldpreis stieg um fast 1 Prozent auf über 4.396 US-Dollar je Unze, angetrieben von einem schwächeren US-Dollar und geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.
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Nach drei aufeinanderfolgenden Verlusttagen hat der Goldpreis am Mittwoch wieder an Boden gewonnen. Der Spotpreis für Gold sprang um fast ein Prozent auf 4.396,31 US-Dollar je Unze. Auch die US-Gold-Futures notierten leicht im Plus bei 4.440 Dollar.
Schwächelnder Dollar stützt Edelmetall
Eine wesentliche Stütze für den Goldpreis war die anhaltende Schwäche des US-Dollars. Der Dollar-Index verzeichnete bereits den dritten Tag in Folge Verluste. Diese Entwicklung steht im Vorfeld wichtiger US-Inflationsdaten, die später in der Woche veröffentlicht werden. Der Markt rechnet derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 60 Prozent für eine Zinserhöhung der US-Notenbank am 16. September. Die endgültige Entscheidung wird jedoch stark von den noch ausstehenden Verbraucher- und Erzeugerpreisindizes abhängen.
Ein besonderer Treiber für den schwächeren Dollar war der japanische Yen, der ein Sieben-Monats-Hoch erreichte. Dies geschah nach Äußerungen von US-Finanzminister Scott Bessent, der Händler herausforderte, seinen Bemühungen zur Stärkung der japanischen Währung entgegenzuwirken. Diese ungewöhnliche Intervention sorgte für erhebliche Bewegung auf den Devisenmärkten.
Inflation und geopolitischer Druck
Weltweit bleiben Inflationssorgen ein bestimmendes Thema. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird am Donnerstag mit großer Sicherheit ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte anheben, angetrieben von steigenden Energiekosten. Auch aus China kamen inflationsfördernde Daten: Die Verbraucherpreise beschleunigten sich im August erstmals seit April, und die Fabrikpreise stiegen stärker als erwartet, getrieben von höheren Rohstoff- und Lebensmittelpreisen.
Parallel dazu heizten sich die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiter auf. Nachdem US-Streitkräfte fünf iranische Tanker zerstört hatten, antwortete Teheran mit Raketenangriffen auf Jordanien. Diese Eskalation trieb die Ölpreise in die Höhe: Brent-Rohöl stieg um über zwei Prozent und handelte über 100 Dollar pro Barrel, ein Niveau, das zuletzt vor etwa sieben Wochen erreicht wurde. Solche Unsicherheiten erhöhen traditionell die Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen.
Die Kombination aus einem nachgebenden Dollar, anhaltenden Inflationsängsten und geopolitischen Risiken schuf somit ein Umfeld, in dem sich Gold von seinem kurzfristigen Abwärtstrend erholen konnte. Die Aufmerksamkeit der Märkte richtet sich nun voll auf die kommenden US-Inflationszahlen, die die weitere geldpolitische Ausrichtung der Federal Reserve prägen werden.
Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Devisen, Devisen, Forex, Begriffe im Finanzlexikon.
Häufige Fragen
Warum ist der Goldpreis gestiegen?
Der Goldpreis stieg aufgrund einer Kombination aus einem schwächeren US-Dollar, anhaltenden Inflationssorgen und eskalierenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, die die Nachfrage nach dem Edelmetall als sicherem Hafen erhöhten.
Welche Rolle spielt der US-Dollar?
Ein schwächerer US-Dollar macht Gold für Anleger, die andere Währungen halten, günstiger und erhöht so die Nachfrage. Der Dollar-Index verlor zum dritten Mal in Folge an Wert, was den Goldpreis stützte.
Welche Daten werden diese Woche erwartet?
Am Donnerstag werden die US-Erzeugerpreise (PPI) für August und am Freitag die US-Verbraucherpreise (CPI) veröffentlicht. Diese Daten sind entscheidend für die Zinsentscheidung der US-Notenbank am 16. September.
Quellen
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