Fahrradindustrie: Umsatz und Stellen schrumpfen 2025
Die Krise der mittelständischen Fahrradbranche hält an. Der Umsatz sank im letzten Jahr um sieben Prozent, die Beschäftigung um drei. Überfüllte Lager und US-Zölle belasten den Handel.
Die deutsche Fahrradbranche hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Rückschlag hinnehmen müssen. Nach dem pandemiebedingten Boom stehen die mittelständisch geprägten Unternehmen nun unter erheblichem Druck. Sowohl der Gesamtumsatz als auch die Zahl der Beschäftigten sind deutlich gesunken.
Umsatz bricht ein
Die aktuellen Daten des Branchenverbandes Zukunft Fahrrad zeigen ein klares Bild: Der Gesamtumsatz der deutschen Fahrradwirtschaft sank im Jahr 2025 um etwa sieben Prozent auf 25,2 Milliarden Euro. Besonders hart traf es dabei den Handel, wo die Einnahmen um ganze zehn Prozent einbrachen. Der Absatz von Fahrrädern in Deutschland ging leicht von 3,9 Millionen auf 3,8 Millionen Stück zurück.
Während Rennräder und Gravelbikes nach wie vor eine stabile Nachfrage verzeichnen, kämpft der Großteil des Marktes mit gravierenden Problemen. Die Branche leidet massiv unter den Spätfolgen der Coronakrise, insbesondere unter überfüllten Lagern, die aus der damaligen Überproduktion resultieren.
Hohe Rabatte drücken Erlöse
Die hohen Lagerbestände zwingen den Handel zu drastischen Preisnachlässen. Dies betrifft vor allem den für die Branche entscheidenden Bereich der E-Bikes, die über 80 Prozent der Umsätze ausmachen. Die Unternehmen sehen sich trotz stabiler Nachfrage gezwungen, ihre Bestände mit Rabatten abzubauen, was die Erlössituation weiter verschärft.
Neben den Nachwirkungen der Pandemie belasten auch protektionistische Maßnahmen das Geschäft. Die seit 2024 geltenden US-Zölle auf bestimmte Fahrradkomponenten und -produkte stellen eine zusätzliche Herausforderung für die exportorientierten Teile der Industrie dar. Die seitdem angespannte Lage konnte bislang nicht überwunden werden.
Die Krise hat auch zu ersten Insolvenzen geführt. Die niederländische Accell-Gruppe, zu der deutsche Marken wie Haibike, Winora und Ghost gehören, musste Insolvenz anmelden. Dies zog nicht nur die Hersteller in Mitleidenschaft, sondern traf auch einen wichtigen Großhändler in der Lieferkette. Für die betroffenen Unternehmen wird aktuell nach einem Investor gesucht.
Die Beschäftigungslage hat sich ebenfalls verschlechtert. Im Jahr 2025 sank die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Fahrradbranche um rund drei Prozent auf etwa 74.300 Menschen. Dieser Rückgang unterstreicht die anhaltenden strukturellen Schwierigkeiten der mittelständischen Industrie.
Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Wirtschaft, Abwertung, Arbeitslosenquote, Begriffe im Finanzlexikon.
Häufige Fragen
Warum ist der Umsatz im Fahrradhandel so stark eingebrochen?
Der Umsatz im Handel brach vor allem wegen überfüllter Lager ein, die zu massiven Rabattaktionen zwangen. Hinzu kommen die Nachwirkungen der Coronakrise und die Belastung durch US-Zölle.
Welche Fahrradtypen sind von der Krise besonders betroffen?
Besonders stark betroffen sind E-Bikes, die über 80 Prozent der Umsätze ausmachen und für die hohe Rabatte gewährt werden müssen. Rennräder und Gravelbikes verzeichnen hingegen eine stabilere Nachfrage.
Welche Unternehmen sind von der Insolvenzwelle betroffen?
Die Insolvenz der niederländischen Accell-Gruppe hat deutsche Marken wie Haibike, Winora und Ghost sowie einen Großhändler in Mitleidenschaft gezogen. Für diese Unternehmen wird nun ein Investor gesucht.
Quellen
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