Goldpreis nach US-Arbeitsmarktdaten unter Druck
Der Goldpreis stürzte nach starken US-Arbeitsmarktdaten zunächst um fast 100 Dollar ab, erholte sich aber teilweise. Die Märkte erwarten nun die US-Inflationszahlen am Freitag.
Ibex73 / Wikimedia Commons (CC BY 4.0)
Der Goldpreis erlebte am Freitag eine heftige Volatilitätssitzung. Ausgelöst wurde die Bewegung durch die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts, der deutlich stärker ausfiel als von Analysten erwartet. Diese robusten Daten veränderten die Erwartungen an die Geldpolitik der US-Notenbank Fed schlagartig.
Die Märkte bewerteten die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung durch die Fed im September neu und schätzten sie höher ein. Als direkte Konsequenz stiegen die Renditen von US-Staatsanleihen deutlich an. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries kletterte wieder über die Marke von 4,8 Prozent, während die der zweijährigen Papiere über 4,4 Prozent stieg.
Diese Entwicklung stärkte den US-Dollar, gemessen am US-Dollar-Index, und setzte zinsempfindliche Anlageklassen unter Druck. Gold, das keine Zinsen abwirft, verlor gegenüber einer stärkeren Währung und höheren alternativen Renditen an Attraktivität. Auch Aktienmärkte wie der DAX und der Dow Jones reagierten zunächst negativ auf die Aussicht auf länger restriktivere Geldpolitik.
Heftige Reaktion und Erholung
Die unmittelbare Reaktion des Goldpreises war drastisch. Innerhalb kürzester Zeit fiel der Preis um fast 100 US-Dollar und fand vorläufig bei etwa 4.375 US-Dollar Halt. Die Geschwindigkeit und das Ausmaß des Rücksetzers ließen für den weiteren Handelstag Schlimmeres befürchten, da eine Fortsetzung des Abverkaufs drohte.
Doch der Markt zeigte Widerstandskraft. Nach dem initialen Sturz stemmte sich der Goldpreis gegen den weiteren Abwärtstrend und drehte im weiteren Tagesverlauf wieder nach oben. Diese Erholung deutet darauf hin, dass unter dem aktuellen Niveau Kaufsupport vorhanden ist, möglicherweise von langfristigen Investoren oder Zentralbanken.
Blick auf die US-Inflationsdaten
Die Aufmerksamkeit der Märkte richtet sich nun vollständig auf die nächste wichtige makroökonomische Veröffentlichung: die US-Inflationsdaten (Consumer Price Index, CPI), die am kommenden Freitag anstehen. Diese Zahlen werden als entscheidend für den weiteren geldpolitischen Kurs der Fed angesehen.
Ein erneuter heißer Inflationsbericht würde die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen oder einen späteren Beginn der Zinssenkungen zementieren und den Goldpreis erneut unter Druck setzen. Ein moderaterer Bericht könnte dagegen die jüngste Rallye des Edelmetalls wiederbeleben, indem er die Aussicht auf das Ende des straffen Zyklus stärkt. Der Goldmarkt befindet sich in einem Wartemodus, bis diese Klarheit eintritt.
Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Devisen, Devisen, Forex, Begriffe im Finanzlexikon.
Häufige Fragen
Warum fiel der Goldpreis am Freitag?
Der Goldpreis fiel stark, nachdem der US-Arbeitsmarktbericht deutlich besser ausfiel als erwartet. Dies führte zu der Annahme, dass die US-Notenbank die Zinsen länger hoch halten oder weiter erhöhen könnte, was den US-Dollar stärkte und die Attraktivität von zinslosen Anlagen wie Gold verringerte.
Was sind die nächsten wichtigen Daten für den Goldmarkt?
Die nächsten entscheidenden Daten sind die US-Inflationszahlen (CPI), die am kommenden Freitag veröffentlicht werden. Sie geben Aufschluss darüber, ob der Inflationsdruck nachlässt und beeinflussen damit direkt die Erwartungen an die künftige Geldpolitik der Fed.
Hat sich der Goldpreis wieder erholt?
Ja, nach einem anfänglichen Sturz um fast 100 Dollar fand der Goldpreis Unterstützung und erholte sich im weiteren Tagesverlauf teilweise. Dies zeigt, dass es auf niedrigeren Niveaus Kaufinteresse gibt, auch wenn die generelle Richtung von den anstehenden Inflationsdaten abhängen wird.
Quellen
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