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Ölpreis setzt Staatsanleihen unter Druck

Steigende Energiepreise belasten weltweit Staatsanleihen. Deutsche Bundesanleihen kletterten bei der Rendite über 3,5 Prozent, während Anleger zugleich Stagflationsrisiken einpreisen.

Markt-Redaktion·
Ölpreis setzt Staatsanleihen unter Druck (Symbolbild)

Am Freitag gerieten Staatsanleihen rund um den Globus unter Druck, während der Ölpreis die Erwartungen an Inflation und Zinsen nach oben schob. Besonders im Fokus stand der deutsche Markt: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg erstmals seit April 2011 über 3,5 Prozent. Auch in den USA und Japan zogen die langfristigen Renditen weiter an.

Renditen klettern in den großen Anleihemärkten

In den Vereinigten Staaten legte die Rendite zehnjähriger Treasuries erneut zu, nachdem sie am Vortag erstmals seit drei Jahren über 4,9 Prozent geklettert war. In Japan stieg die zehnjährige Rendite am Freitag um sechs Basispunkte und näherte sich damit dem Höchststand, der bereits in der vergangenen Woche markiert worden war. In der Asien-Pazifik-Region zeigten sich ebenfalls Aufschläge, unter anderem in Australien und Südkorea.

Der jüngste Anstieg der Renditen spiegelt die Nervosität über die Kombination aus teurer Energie, höheren Staatsschulden und umfangreichen Ausgabenplänen wider. Öl bleibt dabei der zentrale Treiber, auch wenn die Notierungen am Freitag etwas nachgaben. Sie bewegten sich dennoch weiter nahe an der Marke von 100 US-Dollar je Barrel.

Anleger fürchten, dass die Inflation durch den Energiepreisschub länger hoch bleibt, während das Wachstum gleichzeitig an Schwung verliert. Diese Mischung gilt als klassisches Stagflationsszenario und belastet vor allem Anleihemärkte, weil sie die Aussicht auf dauerhaft straffere Geldpolitik verstärkt. Gleichzeitig erhöhen Lieferstörungen in wichtigen Seewegen den Druck auf die Energiemärkte.

Was die Märkte jetzt beschäftigt

Die Deutsche Bank verwies in diesem Zusammenhang auf mehrere Belastungsfaktoren, darunter anhaltende Störungen in der Straße von Hormus und im Roten Meer. Hinzu kommt die geringere Ölförderung Saudi-Arabiens sowie der Ton der Europäischen Zentralbank nach der jüngsten Zinserhöhung. Zusammengenommen stützen diese Faktoren die Erwartung, dass die Geldpolitik länger restriktiv bleiben könnte.

Für den Anleihemarkt ist das relevant, weil steigende Renditen die Finanzierungskosten von Staaten und Unternehmen erhöhen. In den USA wirken sich die Bewegungen zudem auf Bereiche wie Hypotheken- und Kreditkartenzinsen aus, während deutsche Bundesanleihen als Referenz für die Eurozone gelten. Der Markt reagiert damit vor allem auf das Risiko, dass höhere Energiepreise nicht nur vorübergehend, sondern breiter inflationstreibend wirken.

Trotz der leichten Korrektur beim Ölpreis blieb die Marktstimmung damit angespannt. Entscheidend ist derzeit weniger die Tagesbewegung beim Rohöl als die Frage, ob sich der Preisanstieg in den Inflationsdaten und den Zinserwartungen verfestigt. Genau diese Sorge machte sich am Freitag in den Renditen der wichtigsten Staatsanleihen bemerkbar.

Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Märkte, Abrechnung, Aktie, Begriffe im Finanzlexikon.

Häufige Fragen

Warum standen Staatsanleihen unter Druck?

Weil steigende Ölpreise die Inflationserwartungen erhöhen und damit auch die Aussicht auf höhere oder länger hohe Zinsen.

Was ist an den deutschen Bundesanleihen aufgefallen?

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg erstmals seit April 2011 über 3,5 Prozent.

Warum wird über Stagflation gesprochen?

Weil Anleger hohe Inflation bei gleichzeitig schwächerem Wachstum für möglich halten, wenn Energie teurer bleibt und die Geldpolitik straff bleibt.

Quellen

#Anleihen#Ölpreis#Inflation#Stagflation#Zinsen

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