BIST 10014.269,62-1.37%USD/TRY48,62+0.19%EUR/TRY56,13-0.34%S&P 5007.656,98+0.86%Nasdaq 10029.368,44+0.91%Gold4.314,86-0.78%BTC77.824,15+1.26%ETH2.522,55+1.82%
Börse

Ölpreise: Neue Attacken treiben Brent über 107 Dollar

Nach Angriffen auf Saudi-Arabien und Schiffe im Persischen Golf ist der Ölpreis um mehr als 3% gestiegen. Die Brent-Sorte notiert bei 107,84 Dollar, was die Inflations- und Zinssorgen verschärft.

Markt-Redaktion·
Eine Offshore-Ölbohrplattform am Kai vor Trinidad, mit Bohrturm und Hubbeinen (Symbolbild)

Aneil Lutchman / Wikimedia Commons (cc-by-sa-2.0)

Der Ölpreis hat einen kräftigen Schub nach oben erhalten, nachdem die Spannungen im Persischen Golf erneut eskaliert sind. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 3,1 Prozent auf 107,84 US-Dollar, während der Preis für die amerikanische Sorte WTI um 2,8 Prozent auf 102,85 Dollar kletterte. Die Märkte reagieren damit unmittelbar auf neue Attacken gegen saudische Ziele und auf den Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Region.

Geopolitische Eskalation

Staatliche Medien in Saudi-Arabien veröffentlichten am Sonntag Videoaufnahmen von Schäden an Gebäuden in der südlichen Provinz Dschasan. Verantwortlich dafür zeichnet sich nach deren Angaben ein Angriff der Huthi-Rebellen aus dem Jemen. Zudem meldeten die Rebellen einen weiteren Angriff auf einen saudischen Militärstützpunkt. Parallel dazu wurde in der Straße von Hormus ein Handelsschiff von einem Geschoss getroffen, das einen Brand an Bord auslöste. Die britische Seefahrtsicherheitsbehörde UKMTO gab bekannt, dass die Besatzung das Schiff verlassen musste. Der Iran meldete ebenfalls Zwischenfälle und gab an, dass an Bord eines iranischen Handelsschiffs vor der eigenen Küste eine Person getötet und vier weitere verwundet worden seien.

Diese jüngsten Vorfälle heizen die langjährigen Befürchtungen vor einer Unterbrechung der globalen Ölversorgung an. Die Straße von Hormus ist eine der weltweit kritischsten Seeverkehrsadern für den Rohöltransport. Jede Störung in dieser Region lässt die Preise unweigerlich anspringen, da sie eine Verknappung des physischen Angebots am Markt antizipieren. Die Situation verschärft sich, weil die Ölpreise bereits vor diesem Wochenende unter Druck standen.

Kontext und Marktreaktion

Bereits in der vergangenen Woche war die Ölpreisentwicklung nach oben gedreht. Auslöser war die vorübergehende Schließung der Ost-West-Ölpipeline Saudi-Arabiens nach einem Drohnenangriff aus dem Irak. Der weltgrößte Ölexporteur war somit bereits vor den neuesten Ereignissen in einer defensiven Position. Die jetzige Eskalation überlagert diesen bestehenden Preistreiber und potenziert die Sorgen der Marktteilnehmer.

Die Finanzmärkte zeigen sich alarmiert. Die gestiegenen Rohstoffkosten nähren unmittelbar die Angst vor einem Wiederaufflammen der Inflation. Höhere Energiekosten durchdringen die gesamte Wertschöpfungskette und belasten Verbraucher wie Unternehmen gleichermaßen. Diese Entwicklung erhöht aus Sicht vieler Beobachter den Druck auf die US-Notenbank Fed, ihren straffen geldpolitischen Kurs beizubehalten, was die Erwartung einer möglichen Zinserhöhung in dieser Woche verstärkt.

Die Nervosität breitet sich auch an den Aktienmärkten aus. In Asien gaben die Kurse nach, und auch die Terminkontrakte für die US-Indizes S&P 500 und Nasdaq notierten im Minus. Höhere Zinserwartungen bei gleichzeitigem Wachstumsrisiko durch teurere Energie belasten die Bewertung von Unternehmen. Der Konflikt bringt somit eine klassische Stagflationsangst zurück in die Märkte.

Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Börse, Abrechnung, Aktie, Begriffe im Finanzlexikon.

Häufige Fragen

Was löste den starken Anstieg der Ölpreise aus?

Der Preisanstieg wurde durch neue militärische Angriffe in der Region des Persischen Golfs ausgelöst. Dazu zählen Attacken der Huthi-Rebellen auf Ziele in Saudi-Arabien sowie der Beschuss eines Handelsschiffs in der Straße von Hormus.

Welche Ölsorten sind wie stark gestiegen?

Die Nordseesorte Brent stieg um 3,1 Prozent auf 107,84 US-Dollar pro Barrel. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) erhöhte sich um 2,8 Prozent auf 102,85 Dollar.

Welche Folgen hat der höhere Ölpreis für die Finanzmärkte?

Der Preisschub verstärkt die Inflationssorgen und erhöht damit die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank ihre Zinspolitik weiter strafft. Gleichzeitig reagieren die Aktienmärkte negativ, was sich in Kursrückgängen in Asien und fallenden Future-Kursen für US-Indizes zeigt.

Quellen

#Ölpreis#Geopolitik#Inflation#Energiemärkte#Naher Osten

Ähnliche Nachrichten