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Goldpreise sinken durch Angst vor FED-Zinserhöhung

Angesichts der eskalierten Ölkrise im Golf wird eine straffere Fed erwartet. Der Goldpreis fiel daraufhin weiter, nachdem Saudi-Arabien eine wichtige Pipeline schloss.

Devisen-Redaktion·
Das Eccles-Gebäude der US-Notenbank in Washington (Symbolbild)

AgnosticPreachersKid / Wikimedia Commons (cc-by-sa-3.0)

Der Goldpreis hat am Dienstag weitere Verluste hinnehmen müssen. Nach einem bereits schwachen Vortag fiel das Edelmetall um weitere 0,39 Prozent auf 4.301,30 US-Dollar pro Feinunze. Auch Silber notierte mit 63,46 Dollar leicht im Minus.

Straffe Geldpolitik als Preis für Ölversorgung

Hintergrund der jüngsten Abwärtsbewegung ist die eskaliere Energiekrise im Persischen Golf. Die erneute Verzögerung bei der Wiedereröffnung der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus belastet die Märkte seit Monaten. Zusätzlich hat Saudi-Arabien nun seine lebenswichtige Ost-West-Pipeline vorübergehend geschlossen.

Diese rund 1.200 Kilometer lange Leitung dient Saudi-Arabien als Ausweichroute, um Rohöl von den Fördergebieten am Golf zur Hafenstadt Yanbu am Roten Meer zu transportieren und so die gefährdete Straße von Hormus zu umgehen. Nach einer Reihe intensiver Drohnenangriffe durch die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen aus dem Jemen wurden Reparaturarbeiten eingeleitet. Angriffsziele waren Abschnitte in den Regionen Medina und Riad.

Saudi-Arabien hat weder das Ausmaß der Schäden noch eine konkrete Zeitschiene für die Wiederinbetriebnahme kommuniziert. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Reparaturen mehrere Wochen in Anspruch nehmen könnten. Diese Unterbrechung gefährdet nach Einschätzung von Marktbeobachtern den Export von rund vier Millionen Barrel Rohöl pro Tag.

Inflationsdruck treibt Erwartungen für Fed-Zinserhöhung

Die dadurch verschärften Befürchtungen vor Engpässen in der globalen Öl- und Energieversorgung haben direkt die Inflationssorgen neu entfacht. Auf den Finanzmärkten hat sich dies in einer deutlichen Verstärkung der Erwartungen für eine straffere Geldpolitik der US-Notenbank niedergeschlagen.

Da Gold keine Zinsen abwirft, verliert es in Phasen steigender Leitzinsen tendenziell an Attraktivität gegenüber verzinslichen Anlagen. Die wachsende Spekulation auf einen baldigen Zinsschritt der Fed hat daher zu den aktuellen Verkäufen geführt. Die Unsicherheit rund um den seit sieben Monaten andauernden US-Iran-Konflikt bildet dabei eine zusätzliche, aber jetzt überlagerte Marktkonstante.

Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Devisen, Devisen, Forex, Begriffe im Finanzlexikon.

Häufige Fragen

Warum ist die saudische Pipeline so wichtig für den Ölmarkt?

Die Ost-West-Pipeline ermöglicht es Saudi-Arabien, einen Großteil seiner Rohölexporte auf dem Landweg zum Roten Meer zu transportieren und damit die gefährdete und oft blockierte Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus zu umgehen. Ihr Ausfall zwingt das Land, auf den Seeweg umzusteigen, was die Transportrisiko deutlich erhöht und die globalen Lieferketten belastet.

Wieso führt die Angst vor höheren Ölpreisen zu einem Goldverkauf?

Höhere Energiepreise treiben die Inflation an. Um eine Überhitzung der Wirtschaft und eine Entankerung der Inflationserwartungen zu verhindern, müsste die US-Notenbank dann wahrscheinlich die Zinsen anheben. Da Gold keine Zinsen abwirft, wird es für Anleger im Vergleich zu verzinslichen Anlagen wie Staatsanleihen weniger attraktiv, wenn die Zinsen steigen.

Für wie lange wird die Pipeline voraussichtlich geschlossen sein?

Saudi-Arabien hat keinen genauen Zeitplan für die Wiederinbetriebnahme bekannt gegeben. Die durch Drohnenangriffe verursachten Schäden müssen erst begutachtet und repariert werden. Marktexperten schätzen, dass diese Reparaturarbeiten mehrere Wochen dauern könnten.

Quellen

#Gold#Rohstoffe#Energie#Geldpolitik#Naher Osten

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