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Goldpreise unter Druck vor Zinsentscheiden

Gold verliert vor den Zentralbanktreffen in den USA, Großbritannien und Japan weiter an Boden. Ein fester Dollar, steigende Ölpreise und höhere Renditen belasten das Edelmetall.

Devisen-Redaktion·
Drei Goldbarren übereinander vor weißem Hintergrund (Symbolbild)

Szaaman / Wikimedia Commons (pd)

Der Goldpreis setzte seine Verluste vom Vortag fort und notierte am Dienstag deutlich niedriger. Das Edelmetall geriet unter mehrfachen Druck: Ein fester US-Dollar, steigende Ölpreise und höhere Renditen für US-Staatsanleihen machten den Besitz von Gold als zinslose Anlage weniger attraktiv. Der Spotpreis für Gold fiel um 0,7 Prozent auf 4.268,60 US-Dollar je Feinunze, nachdem er in der vorangegangenen Handelssitzung bereits über ein Prozent verloren hatte.

Erwartungen vor Zentralbankwoche

Die Aufmerksamkeit der Märkte richtet sich vollständig auf eine Reihe von Zinsentscheidungen bedeutender Notenbanken in dieser Woche. Die US-Notenbank Fed wird am Mittwoch ihre geldpolitischen Beschlüsse bekanntgeben. Die Erwartungshaltung ist eindeutig: Die Märkte rechnen mit einer weiteren Zinserhöhung um 25 Basispunkte und mindestens einer weiteren bis Ende März, um die hartnäckig hohe Inflation zu bekämpfen. Diese Erwartung stützt den US-Dollar und treibt die Renditen.

Am Donnerstag folgt die Bank of England, von der eine Zinspause erwartet wird. Die Bank of Japan schließt die Woche am Freitag ab. Sie wird voraussichtlich ihren Leitzins um einen weiteren Viertelprozentpunkt auf 1,25 Prozent anheben, was den höchsten Stand seit 31 Jahren bedeuten würde. Diese globalen geldpolitischen Aussichten halten die Anleger in einer abwartenden Haltung und drücken auf sichere Häfen wie Gold.

Fundamentale Faktoren belasten Gold

Der Dollarindex hielt sich in der Nähe eines Zweiwochenhochs, gestützt durch die hawkischen Erwartungen an die Fed und erneut aufflammende Spannungen in Westasien. Die Rendite der benchmark 10-jährigen US-Staatsanleihe pendelte um die Marke von fünf Prozent, ein Niveau, das seit Oktober 2023 nicht mehr erreicht wurde. Höhere Renditen erhöhen die Opportunitätskosten für den Besitz von Gold, das keine Erträge abwirft.

Gleichzeitig trieben geopolitische Risiken die Rohölpreise in die Höhe. Der Preis für Brent-Rohöl stieg um über zwei Prozent und handelte oberhalb von 108 US-Dollar pro Barrel. Auslöser war die Sorge vor einer Verknappung des Ölmarktes, nachdem Saudi-Arabien eine kritische Pipeline, die die Straße von Hormus umgeht, aufgrund eines Drohnenangriffs geschlossen hatte. Zusätzliche Unsicherheit entstand, als eine hoch erwartete Gesprächsrunde zwischen dem Iran und den Golfstaaten in Oman in letzter Minute abgesagt wurde.

Diese Mischung aus strafferer Geldpolitik, einem starken Dollar und hohen Energiekosten schuf ein für Gold schwieriges Umfeld. Die Anleger ziehen sich vor den Zinsentscheiden zurück und bewerten die Risiken aus dem Nahen Osten neu, was der traditionellen Safe-Haven-Funktion des Metalls momentan keinen Auftrieb verleiht.

Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Devisen, Devisen, Forex, Begriffe im Finanzlexikon.

Häufige Fragen

Warum fällt der Goldpreis?

Der Goldpreis wird durch mehrere Faktoren belastet: Die Erwartung weiterer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank stützt den Dollar und treibt die Renditen für Anleihen, was Gold als zinslose Anlage unattraktiver macht. Gleichzeitig sorgen steigende Ölpreise für Inflationsängste, auf die die Zentralbanken mit strafferer Politik reagieren könnten.

Welche Zentralbanken treffen diese Woche Entscheidungen?

In dieser Woche stehen geldpolitische Sitzungen der US-Notenbank (Fed), der Bank of England (BoE) und der Bank of Japan (BoJ) an. Die Fed wird eine Zinserhöhung erwartet, die BoE wahrscheinlich pausieren und die BoJ eine weitere Anhebung vornehmen.

Wie wirken sich Ölpreise auf Gold aus?

Schnell steigende Ölpreise, wie aktuell durch Lieferunterbrechungen im Nahen Osten verursacht, können die Inflationserwartungen ankurbeln. Das wiederum könnte die Zentralbanken zu einer längeren Phase restriktiver Geldpolitik zwingen, was den realen Zinsdruck auf Gold erhöht und seine Attraktivität mindert.

Quellen

#Gold#Fed#Zinsen#Rohstoffe#Dollar

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