US-Inflation hält sich an Prognosen
Der US-Verbraucherpreisindex stieg im April wie erwartet um 0,6% zum Vormonat. Die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel fiel jedoch mit 0,4% höher aus als prognostiziert.
Die US-Inflation hat sich im April weitgehend an die Erwartungen der Märkte gehalten. Der Verbraucherpreisindex (CPI) stieg gegenüber dem Vormonat März um 0,6 Prozent, wie aus den Daten des US-Arbeitsministeriums hervorgeht. Damit liegt die Teuerungsrate genau im Konsens der Analysten und fällt deutlich moderater aus als im Vormonat, als ein Anstieg von 0,9 Prozent verzeichnet wurde – der höchste Sprung seit fast vier Jahren.
Kernrate überrascht nach oben
Betrachtet man die sogenannte Kerninflation, die volatile Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel ausblendet, zeigt sich ein anderes Bild. Diese stieg im April um 0,4 Prozent und damit doppelt so stark wie der unrevidierte Wert vom März (0,2%). Die Kernrate übertraf damit die Erwartungen der Marktteilnehmer, was auf anhaltenden Preisdruck in zentralen Bereichen der Wirtschaft hindeutet. Im Jahresvergleich liegt die Gesamtinflation nun bei 3,8 Prozent, ein Plus von 0,5 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat.
Die aktuellen Inflationsdaten stellen die US-Notenbank Fed vor eine komplexe Lage. Die Gesamtentwicklung entspricht zwar den Prognosen, doch die höhere Kernrate nähert sich fast dem Doppelten der von der Fed präferierten Inflationsrate von zwei Prozent. Dies könnte die Diskussion über den weiteren geldpolitischen Kurs beeinflussen, insbesondere da die starken Monatszahlen aus dem März nun einer moderateren Entwicklung gewichen sind.
Kleine Unternehmen unter Druck
Parallel zur Inflation veröffentlichte der National Federation of Independent Business (NFIB) seinen Index für das Geschäftsklima kleiner Unternehmen. Dieser stieg zwar um zehn Basispunkte auf 95,9 Punkte, bleibt aber unter dem 52-Jahres-Durchschnitt von 98,0 Punkten – ein Niveau, das zuletzt im Februar dieses Jahres erreicht wurde. Zum zweiten Monat in Folge liegt der Wert damit unter dem langfristigen Mittelwert.
Laut NFIB-Bericht ist der Beschäftigungsindex zum zweiten Monat in Folge rückläufig, was auf die anhaltenden Inflationsdruck zurückgeführt wird. Der Unsicherheitsindex bleibt mit 88 Punkten deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von 68 Punkten, hat sich im Monatsvergleich aber um vier Punkte verbessert. Viele Kleinunternehmer blicken gespannt auf den „Working Families Tax Cut Act“, der noch in diesem Jahr vor den Zwischenwahlen in Kraft treten soll.
Die Reaktion der Finanzmärkte auf die Daten fiel verhalten aus. Die Futures für die US-Indizes zeigten in der Vorhandelsphase überwiegend Verluste, erholten sich jedoch von den Tiefstständen unmittelbar nach der Veröffentlichung der Inflationszahlen. Der Dow Jones Industrial Average notierte mit einem leichten Plus von 25 Punkten, während der S&P 500 um 17 Punkte und der technologie-lastige Nasdaq-Index sogar um 204 Punkte im Minus lagen. Der Russell 2000, der kleinere Unternehmen abbildet, verlor zwölf Punkte.
Die Entwicklung markiert eine gewisse Konsolidierung nach den starken Gewinnen im vergangenen Monat, die von positiven Quartalsberichten aus der ersten Berichtssaison getragen wurden. Die Inflationsdaten liefern nun einen wichtigen Input für die Bewertung der weiteren konjunkturellen und geldpolitischen Aussichten in den USA.
Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Wirtschaft, Abwertung, Arbeitslosenquote, Begriffe im Finanzlexikon.
Quellen
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