EZB erhöht Leitzins auf 2,5 Prozent
Die Europäische Zentralbank hat ihren Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben, um den Inflationsdruck aus dem Irankrieg zu bekämpfen. Der Rat tagte in Berlin.
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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Zinspolitik weiter verschärft. Der EZB-Rat beschloss am Mittwoch, den für Banken entscheidenden Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte anzuheben. Er liegt nun bei 2,5 Prozent. Die Entscheidung fiel während einer außergewöhnlichen Ratssitzung in Berlin, nicht am regulären Sitz der Zentralbank in Frankfurt.
Mit dem Schritt reagiert die Notenbank auf den anhaltenden Preisdruck, der maßgeblich durch den Konflikt im Nahen Osten getrieben wird. Der Irankrieg behindert weiterhin Öl- und Gasexporte aus der Region und treibt die Energiepreise. Die EZB erklärte, dass die Inflation infolgedessen für längere Zeit deutlich über dem angestrebten Zielwert von zwei Prozent verharren werde. Die wirtschaftlichen Aussichten seien weiterhin von hoher Unsicherheit geprägt.
Zweite Erhöhung in diesem Jahr
Es handelt sich um die zweite Zinserhöhung der EZB in diesem Jahr. Bereits Mitte Juni hatte die Zentralbank den Leitzins nach einer längeren Pause seit September 2023 angehoben. Die aktuelle Entscheidung entsprach damit vollständig den Erwartungen der Finanzmärkte, die mit einer Fortsetzung des straffen Kurses gerechnet hatten.
Die deutsche EZB-Direktorin Isabel Schnabel hatte sich im Vorfeld der Sitzung für weitere Zinserhöhungen ausgesprochen. Sie argumentierte, dass bei dem bisherigen Zinsniveau ein Rückgang der Inflation auf das mittelfristige Ziel unwahrscheinlich sei. Daher sei eine weitere Straffung der Geldpolitik notwendig. Diese Position fand im EZB-Rat offenbar eine Mehrheit.
Anhaltende Risiken für die Konjunktur
Die Notenbank sieht die wirtschaftlichen Risiken weiterhin auf der negativen Seite. Neben der anhaltend hohen Inflation droht auch das Wirtschaftswachstum in der Eurozone zu schrumpfen. Die geldpolitischen Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung belasten die Konjunktur zusätzlich, da Kredite für Unternehmen und Verbraucher teurer werden.
Ein baldiges Ende des geopolitischen Haupttreibers, des Irankrieges, ist nicht in Sicht. Die Lage im Nahen Osten hat sich zuletzt weiter verschärft, und militärische Auseinandersetzungen behindern den globalen Energiehandel fortwährend. Dies stellt die EZB vor die schwierige Aufgabe, die Inflation zu bekämpfen, ohne die Wirtschaft übermäßig abzuwürgen.
Die Entscheidung markiert einen weiteren Schritt im Kampf gegen die Inflation, der sich aufgrund externer Schocks deutlich verlängert hat. Der Fokus der EZB bleibt klar auf der Preisstabilität, auch wenn die wirtschaftlichen Kosten steigen. Die Märkte erwarten nun weitere Signale zum weiteren geldpolitischen Pfad.
Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Wirtschaft, Abwertung, Arbeitslosenquote, Begriffe im Finanzlexikon.
Häufige Fragen
Auf welches Niveau hat die EZB den Leitzins angehoben?
Die Europäische Zentralbank hat den Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent erhöht.
Warum hat die EZB den Zins erhöht?
Hauptgrund ist der anhaltende Inflationsdruck, der vor allem durch den Irankrieg und die dadurch behinderten Energieexporte aus dem Nahen Osten verursacht wird. Die EZB sieht die Inflation für längere Zeit über ihrem Zielwert.
Wo fand die Sitzung des EZB-Rates statt?
Der EZB-Rat tagte für diese Entscheidung nicht in Frankfurt, sondern in Berlin.
Quellen
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