Goldpreis unter Druck vor US-Inflationsdaten
Die Goldnotierungen gaben am Dienstag weiter nach. Der robuste US-Arbeitsmarkt und geopolitische Spannungen stützen die Erwartung einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank.
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Der Goldpreis setzte am Dienstag seinen Abwärtstrend fort und baute die Verluste vom vergangenen Freitag aus. Der Front-Month-Kontrakt für Goldlieferung im Oktober an der Comex-Börse in New York notierte mit einem Rückgang von 34,40 US-Dollar oder 0,77 Prozent bei 4.407,50 US-Dollar pro Feinunze. Die Märkte waren am Montag aufgrund des US-Feiertags Labor Day geschlossen geblieben.
Der Rückgang wird vor allem auf veränderte Erwartungen an die US-Geldpolitik zurückgeführt. Die am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten fielen deutlich stärker aus als von Analysten prognostiziert. Die US-Wirtschaft hatte im August 162.000 neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, weit über den erwarteten 56.000. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,1 Prozent stabil.
Erwartungen einer Zinserhöhung steigen
Die robusten Arbeitsmarktzahlen haben die Spekulationen über eine weitere Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank Fed befeuert. Höhere Zinsen in den USA erhöhen die Opportunitätskosten für den Besitz von zinslosem Gold und machen den US-Dollar für ausländische Käufer teurer, was den Goldpreis typischerweise unter Druck setzt. Marktteilnehmer bewerten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf der kommenden Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) am 15. und 16. September derzeit mit etwa 60 Prozent.
Parallel dazu tragen auch geopolitische Entwicklungen zu den veränderten Markterwartungen bei. Die erneute Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran hält die Sorgen vor einer anhaltenden Ölpreisinflation wach. Diese Befürchtungen könnten die Fed dazu bewegen, eine restriktivere Haltung beizubehalten, um den Preisdruck zu bekämpfen.
Silber zeigt gegenläufige Dynamik
Während Gold fiel, zeigte Silber eine gegenläufige Dynamik. Der Front-Month-Silberkontrakt für Oktober stieg um 0,328 US-Dollar oder 0,50 Prozent auf 66,550 US-Dollar pro Feinunze. Die unterschiedliche Performance der beiden Edelmetalle unterstreicht, dass neben den makroökonomischen Zinserwartungen auch spezifische industrielle Nachfrage und Markttechnik eine Rolle spielen können.
Die Aufmerksamkeit der Märkte richtet sich nun auf die anstehenden US-Inflationsdaten. Diese werden als nächster wichtiger Indikator für den geldpolitischen Kurs der Fed gewertet. Sollten die Zahlen weiterhin auf einen hartnäckigen Preisdruck hindeuten, dürfte dies die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen zementieren und den Goldpreis weiter belasten.
Die aktuelle Phase zeigt, wie sensibel der Goldmarkt auf Verschiebungen in den Zinserwartungen reagiert. Das Edelmetall, das traditionell als Inflationsschutz und sicherer Hafen dient, verliert in einem Umfeld steigender Realrenditen an Attraktivität. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um zu sehen, ob sich der Abwärtstrend verfestigt oder ob neue geopolitischen Risiken eine Trendwende einleiten.
Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und empfiehlt weder einen Wert noch ein Niveau oder eine Richtung; die Bewegung einer einzelnen Sitzung belegt keinen Trend. Hintergründe unter Devisen, Devisen, Forex, Begriffe im Finanzlexikon.
Häufige Fragen
Warum ist der Goldpreis gesunken?
Der Goldpreis ist gesunken, weil starke US-Arbeitsmarktdaten und anhaltende geopolitischen Spannungen die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank gestärkt haben. Höhere Zinsen machen den Besitz von zinslosem Gold weniger attraktiv.
Wie haben sich die Arbeitsmarktdaten genau entwickelt?
Im August wurden in den USA 162.000 neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft geschaffen. Dies lag deutlich über den Markterwartungen von 56.000. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,1 Prozent stabil.
Wie hat sich Silber im Vergleich zu Gold entwickelt?
Im Gegensatz zu Gold ist der Silberpreis am Dienstag gestiegen. Der Front-Month-Kontrakt für Oktober legte um 0,50 Prozent auf 66,550 US-Dollar pro Feinunze zu. Dies zeigt eine gegenläufige Dynamik, die oft auf unterschiedliche Nachfragefaktoren zurückzuführen ist.
Quellen
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